Flughafen Köln/Bonn: Geldtransporter überfallen +++ Wachmann durch Schuss verletzt +++ Polizei sucht jetzt nach diesen Männern

Nach dem Überfall auf einen Geldtransport am Flughafen Köln/bonn setzten die Täter den Fluchtwagen in Brand.
Nach dem Überfall auf einen Geldtransport am Flughafen Köln/bonn setzten die Täter den Fluchtwagen in Brand.
Foto: Polizei Köln/dpa
  • Am Mittwochmorgen (9 Uhr) ist am Flughafen Köln/Bonn ein Geldtransporter überfallen worden
  • Ein Wachmann ist durch einen oder mehrere Schüsse verletzt worden
  • Den Fluchtwagen setzten die Täter in Brand
  • Jetzt sucht die Polizei nach den beiden mutmaßlichen Tätern

Köln. Am Flughafen Köln/Bonn ist am Mittwochmorgen ein Geldtransporter überfallen worden. Einer der Wachmänner ist dabei durch mindestens einen Schuss lebensgefährlich verletzt worden. Am Donnerstagnachmittag gab die Polizei dann Entwarnung: Der angeschossene Wachmann schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Die Polizei sucht nach den beiden mutmaßlichen Tätern.

Flughafen Köln/Bonn: Geldtransporter gestohlen – Person verletzt

Wie die Polizei Köln gegenüber DER WESTEN bestätigt, haben unbekannte Täter gegen 9 Uhr einen Geldtransporter überfallen. Am Fernbusbahnhof des Flughafens Köln/Bonn eröffneten die maskierten Täter am Terminal 2 das Feuer. Wie viele Schüsse fielen, ist bisher völlig offen.

Einer der Wachmänner wurde in den Oberschenkel getroffen und lebensgefährlich verletzt. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen, ein Beamter habe Erste Hilfe geleistet und das Bein des verletzten Wachmanns abgebunden. Trotzdem sei die Schusswunde lebensgefährlich gewesen - der Mann musste notoperiert werden. Am Nachmittag gab die Polizei dann bekannt, dass der Mann sich nicht mehr in Lebensgefahr befindet.

Fluchtfahrzeug brennend aufgefunden

Die Täter flüchteten mit einem schwarzen Audi, der wenig später in der Jägerstraße im Stadtteil Porz-Eil abseits der A59 brennend aufgefunden wurde. Eine riesige Rauchwolke stieg aus dem Wohngebiet auf. Somit konnte die Polizei den Fluchtwagen schnell ausfindig machen.

Sind die Täter mit einem anderen Wagen weitergefahren oder gar zu Fuß geflüchtet? Eines scheint klar: Das Verbrechen war genau geplant.

Polizei sucht nach den beiden mutmaßlichen Tätern

Am späten Mittwochnachmittag hat die Polizei dann eine Fahndung herausgegeben. Die Beamten suchen nach zwei Männern. Sie werden so beschrieben:

  • Einer der Tatverdächtigen war komplett schwarz gekleidet.
  • Der andere trug eine dunkle Hose und eine dunkelgrüne Daunenjacke.
  • Beide Räuber waren vollmaskiert.
  • Einer der Männer sprach während des Überfalls Hochdeutsch, der andere Täter sagte kein Wort.

Auffällig an ihrem Fluchtauto war, dass sie mit komplett geöffneter Heckklappe vom Tatort wegfuhren, da aus dem Kofferraum ein ausgefahrener Handgriff eines Koffers herausragte.

Nachdem das Fluchtfahrzeug ausgebrannt war, entdeckten die Ermittler in dem Auto eine Kalaschnikow. „Es handelt sich möglicherweise um die Waffe, mit der auf einen der drei Wachmänner bei dem Überfall geschossen wurde“, teilte die Polizei mit.

Die Polizei sucht dringend Zeugen

Jetzt sucht die Polizei dringend Zeugen. Die Ermittler fragen: „Wer hat die Verdächtigen und den Audi nach dem Überfall gesehen und kann Angaben zum Fluchtweg machen? Wer hat gesehen, wie die Männer vom Abstellort des Fluchtwagens aus weiter geflüchtet sind?“

Wenn du dazu Angaben machen kannst, dann melde dich bitte bei der Polizei unter 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de.

Ob bei dem Raubüberfall überhaupt Beute gemacht wurde, ist bisher aber noch völlig offen.

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Polizei setzte Hubschrauber ein

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und fahndet nach den Tätern. Zwischenzeitig ist auch ein Hubschrauber im Einsatz gewesen. Ob er zur Beweisaufnahme oder zur Fahndung eingesetzt wurde, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Zurück am Flughafen. Etwa zwei Stunden nach dem Überfall untersuchen Polizisten den dunkelblauen Geldtransporter mit Essener Kennzeichen und geöffneten Hintertüren. Der Tatort ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Er befindet sich im unteren Teil des Terminals, wo Fernbusse abfahren und Taxen halten. Der Busterminal bleibt während der Spurensicherung gesperrt. Bis auf die Ermittler und Journalisten ist der Bereich nahezu verwaist. Laut einer Sprecherin des Flughafens sei der Flugverkehr durch den Vorfall nicht beeinträchtigt.

„Wir haben auf einmal einen lauten Knall gehört“

„Wir haben auf einmal einen lauten Knall gehört“, erzählt der Mitarbeiter eines Busunternehmens, das im Terminal einen Stand hat. Durch die Glasscheibe ist der Transporter zu sehen. „Der Knall war ungefähr so, als ob hier in der Halle ein Rollkoffer umfällt - nur viel lauter.“

Dann habe er ein dunkles Auto bemerkt, das mit offenem Kofferraumdeckel zügig weggefahren sei, schildert der Mann, der seinen Namen nicht nennen will. Anschließend seien Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen gekommen. „Was tatsächlich passiert ist, habe ich dann im Internet gelesen.“

Die Angestellte eines nahe gelegenen Schreibwarenladens hat von dem Geschehen gar nichts bemerkt. „Ich frage mich jetzt die ganze Zeit, wie das sein kann, dass ich nichts mitbekommen habe“, meint sie kopfschüttelnd.

Fall weckt Erinnerungen an einen anderen Überfall vor etwa einem Jahr auf einem Ikea-Parkplatz in Köln

Der Fall weckt Erinnerungen an einen anderen Überfall vor fast genau einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorfausgeraubt. Damals schlugen sie zu, nachdem der 60 Jahre alte Geldbote aus dem Transporter gestiegen war. Einer der Täter bedrohte ihn mit der Waffe, während der andere mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete - ähnlich wie bei der Tat am Mittwoch.

Mit der Beute verschwanden die Kriminellen vor einem Jahr unerkannt. Wenig später wurde ihr Wagen brennend auf einem Feld in der Nähe entdeckt. Nach Zeugenaussagen flüchteten die Täter zu Fuß. Zur Höhe des erbeuteten Geldes machte die Polizei damals keine Angaben. Die Ermittler prüften danach Parallelen zu Raubüberfällen, die drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen zur Last gelegt wurden. Es ergaben sich dann aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang.

Der Fall lief im November auch bei „Aktenzeichen XY“ - aber offenbar ohne Ergebnis. Ein Polizeisprecher sagt: „Das war ein ähnlicher Modus Operandi, aber ob die beiden Taten in Zusammenhang stehen, das müssen die Ermittlungen ergeben.“ (mb, js mit dpa)

 
 

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