Schnee im Ruhrgebiet: Politiker mit scharfer Kritik – „Nicht eine Hauptstraße, die zufriedenstellend geräumt wurde“

Schnee-Chaos und Winter-Spaß in Nordrhein-Westfalen

Schnee-Chaos und Winter-Spaß in Nordrhein-Westfalen

Schnee und eisige Temperaturen halten NRW in Atem. Viele haben ihren Spaß, Pendler stehen vor Problemen.

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Schnee im Ruhrgebiet – soweit das Auge reicht. Für den Winterdienst eine Riesen-Herausforderung. Doch vielerorts kommt er dabei an seine Grenzen angesichts der Schnee-Mengen im Ruhrgebiet.

Schnee im Ruhrgebiet: Politiker mit scharfen Worten – „Nicht eine Hauptstraße ausmachen können, die zufriedenstellend geräumt wurde“

Kai Hemsteeg, Fraktionsvorsitzender des „Essener Bürger Bündnis“ kritisiert den Winterdienst in Essen scharf: „Hier hätte ich mehr vorbereitende Maßnahmen erwartet, denn die Situation kam nicht plötzlich über Nacht. Vom lautstark angekündigten Wintereinsatz und pausenlosem Streudienst auf den Haupt- und Nebenstraßen war und ist jedenfalls nicht viel zu sehen“, zeigte sich der EBB-Fraktionschef entsetzt. „Ich habe seit Sonntag nicht eine Hauptstraße ausmachen können, die zufriedenstellend geräumt wurde.“

Man sei seit Samstagabend mit 240 Mitarbeitern im Volleinsatz, heißt es von der EBE. „Insgesamt sind dabei ca. 7.000 Streukilometer gestreut und geräumt worden. Fahrkilometer sind es mehr, da in den Plänen unterschiedliche Leerfahrten enthalten sind“, erklärt EBE-Sprecherin Lena Oberholz. Man versuche die Straßen so bald wie möglich komplett zu räumen.

Dortmunderin: „Der Schnee kam ja nicht unerwartet“

Doch auch anderswo gibt es Kritik. Virginia Middendorf aus Dortmund gegenüber DER WESTEN: „Hier in Dortmund-Kirchlinde und Umgebung wird nicht gestreut, wie kann das sein?“

Die Dortmunderin beklagt: „Der Schnee kam ja nicht unerwartet. Einige Leute können sich nicht frei nehmen und zuhause bleiben, mein Mann meinte, dass es heute schlimmer auf der Straße ist als gestern.“

Sie berichtet, dass ihr Mann täglich nach Attendorn ins Sauerland zur Arbeit fahre und dort die Situation deutlich besser sei. „Im Sauerland sind die Auf- und Abfahrten gestreut und geschoben worden und hier bekommt man es nicht hin.“

Mehr Routine im Sauerland

Wir haben in den Ruhrgebietsstädten und im Sauerland nachgefragt, was sie dazu sagen. „In erster Linie haben die Mitarbeiter eine gewisse Routine bei der Schneeräumung“, erklärt Linda Brieden von der Stadt Winterberg den möglichen Vorteil im Sauerland. Kein Wunder, ist Winterberg im Unterschied zum Ruhrgebiet doch Schnee erprobt. Los geht es für die Mitarbeitenden um 2.30 Uhr in der Nacht, dann wird im 2-Schicht-System gearbeitet.

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Seit Samstag im Dauereinsatz

Und im Ruhrgebiet? Von der Entsorgung Dortmund GmbH, die für den Winterdienst in der größten Ruhrgebietsstadt verantwortlich ist, heißt es, dass man seit Samstagabend mit 240 Mitarbeitern im Dauereinsatz sei.

Man befinde sich mit 35 Räum- und Streufahrzeugen und 45 Kolonnen Lkw unterwegs. Ähnlich sieht es auch in Essen oder Duisburg aus. „Wir sind seit Samstag im 2-Schicht-System mit 133 Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz“, erklärt Silke Kersken, Sprecherin der Duisburger Wirtschaftbetriebe.

Warum es von vielen in den sozialen Netzwerken trotzdem heißt, dass man seit Samstag kein Räumfahrzeug gesehen habe und die Straßen nicht geräumt sei, dafür hat Kersken eine mögliche Erklärung: „Viele wissen gar nicht, dass ihre Straße vielleicht überhaupt nicht geräumt wird“.

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So geht der Winterdienst vor

Denn für längst nicht alle Straßen ist überhaupt eine Schneeräumung vorgesehen. In Duisburg sind es „nur“ 40 Prozent des Straßennetzes. „Der Großteil der Hauptstraßen ist relativ gut geräumt, sodass der Straßenbelag zu sehen ist“, so Kersken. Wann alles geräumt werden könne, darüber sei keine verlässliche Prognose zu treffen.

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In Duisburg wie auch in allen anderen Städten gibt es verschiedene Dringlichkeitsstufen, die auch online einsehbar sind. Zuerst werden Hauptdurchgangsstraßen sowie Straßen, die für das Gefahrgutnetz und ÖPNV von Bedeutung sind, geräumt.

Mehr als 1.000 Kilometer für Winterdienst in Dortmund

Sind die zufriedenstellend vom Schnee befreit, folgen Straßen der zweiten Stufe, vorwiegend aus dem Rettungswegenetz. In Dortmund macht das beispielsweise schon 1.100 Kilometer aus.