Trauriges Video: Schäferhund soll seit Jahren in dunklem Keller eingesperrt sein – Veterinäramt machtlos

Ein Schäferhund in Halle soll seit 4 Jahren in einem dunklen Keller gehalten werden. (Symbolbild)
Ein Schäferhund in Halle soll seit 4 Jahren in einem dunklen Keller gehalten werden. (Symbolbild)
Foto: imageBROKER/Doreen Zorn / imago/imagebroker

Halle. Zitternd bahnt sich die Taschenlampe ihren Strahl durch den stockdunklen Keller. Eine kleine Bewegung wird sichtbar, braunes Fell. Hinten an der Wand sitzt ein Schäferhund. Resigniert legt er sich nieder. Versucht verzweifelt, Platz in der kleinen Plastikwanne zu finden, die sein Körbchen ist.

Das Licht der Taschenlampe schweift umher, zeigt den kahlen, kleinen Kellerraum, den Schmutz, den Wassernapf - kein Futter. Nur ganz wenig Tageslicht fällt durch das vergitterte Kellerfenster.

Dieses Video postete Tierschützerin Sandra Borchert bei Facebook. Borchert ist entsetzt über das traurige Leben des Schäferhundes, das nun schon seit vier Jahren so andauern soll. Vier Jahre im dunklen Keller.

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Aufgenommen hat das Video ein Nachbar der Schäferhund-Halterin. Der Mann aus Halle im Münsterland hatte sich auch an das Veterinäramt gewandt, zuletzt an Tierschützerin Borchert. Das Video des armen Schäferhundes im Keller wurde in der Zeit von Montagabend bis Mittwochvormittag schon fast 15.000 Mal geteilt.

Schäferhund 20 Stunden am Tag im Keller gehalten

Der Zeitung „Neue Westfälische“ sagte der Nachbar, dass der Schäferhund 20 von 24 Stunden am Tag im Keller verbringe. Als das Veterinäramt zur Kontrolle vorbeigekommen sei, hätte die Halterin den Hund vorher aus seinem Kellerloch befreit, sodass es ausgesehen habe, als habe das Tier bessere Lebensbedingungen.

Kreis Gütersloh sagt: Kellerhaltung ist erlaubt

So sei auch das Urteil der des Kreises Gütersloh ausgefallen. Sprecher Jan Focken: Kellerhaltung ist erlaubt. Der Schäferhund bekommt Tageslicht, ist nicht ständig dort unten eingesperrt. Zwar müsse die Halterin nachbessern, dem Hund beispielsweise eine Decke zugestehen, aber: „Das Gesetz gibt es aber nicht her, dass wir hier einschreiten", sagt Focken.

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Entsetzte Reaktionen bei Facebook

Bei Facebook sind die Fronten klar: Fast jeder ergreift Partei für den Schäferhund. Von: Oh Gott, der arme Kerl“, bis hin zu: „Frau selber im Keller einsperren“ sind alle Empörungsstufen dabei. Aber auch viele praktische Vorschläge, wie der Hund eventuell zu retten sei. Druck machen beim Amt, das Tier gegebenenfalls freikaufen.

Was letztlich mit dem Schäferhund geschieht, ist offen. Hoffentlich winkt ihm ein Leben mit viel Sonnenlicht, Auslauf und einem kuscheligen Körbchen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde Jan Focken als Veterinär zititert. Dies ist nicht richtig. Tatsächlich ist Focken Sprecher des Kreises Gütersloh.

 
 

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