Zahl der Krebsfälle bei Polizei Meschede liegt deutlich höher

Foto: Frank Selter
Drei Krebstote allein in diesem Jahr, zwei junge Beamte aus Altenbüren und Bestwig und ein Pensionär aus Meschede. Die weiteren Recherchen unserer Redaktion zu den Krankheitsfällen in der Polizeiwache Meschede haben ergeben: Die Zahl der Erkrankten liegt wahrscheinlich höher, als sie die Polizei in einer ersten Stellungnahme genannt hatte.

Meschede.. Menschen aus dem Umfeld der Polizei hatten sich an die Redaktion gewandt, weil sie fürchteten, dass das Gebäude für die Krankheitsfälle verantwortlich ist Damals bestätigte die Polizeidirektion auf Anfrage, dass es 16 Krankheitsfälle in den vergangenen 20 Jahren gegeben habe. Darunter verschiedene Krebsarten, aber auch Herz-Kreislauferkrankungen. Unserer Recherchen haben nun ergeben: Statt 16 Fällen in 20 Jahren sind es wohl eher 16 Fälle in maximal zehn Jahren – darunter allein 13 – allerdings sehr unterschiedliche - Krebserkrankungen. Insgesamt arbeiten in der Polizeiwache 60 Mitarbeiter. Mittlerweile hat ein externes Büro Proben der Raumluft genommen, mit Ergebnissen rechnet man Mitte Januar. In der Polizei-Behörde geht es allerdings vor allem darum herauszubekommen, wer Informationen über diese Krankheitsserie an die Presse gegeben hat. Daher ist die Polizei in Soest jetzt mit Ermittlungen wegen der Verletzung von Dienstgeheimnissen beauftragt worden (wir berichteten).

Der Sohn eines verstorbenen Mescheder Pensionärs geht dagegen in die Offensive: Er lässt zurzeit von einer Anwaltskanzlei prüfen, ob er eine Dienstaufsichtsbeschwerde stellt oder sogar Anzeige gegen den Dienstherrn seines Vaters - wegen unterlassener Hilfeleistung.

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