WM-Gold für Oberhundem

Inliner WM Alpine in Kirchhundem Oberhundem in NRW.
Inliner WM Alpine in Kirchhundem Oberhundem in NRW.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Ferienort am Rothaargebirge wird vier Tage zum Zentrum des alpinen Inline-Sports. WM-Stadion im Pastorsgarten. Riesenlob für die perfekte Organisation

Oberhundem..  „Japaner mögen keinen Käsekuchen, die essen lieber Pasta“, sagt Anja Schöttes aus Oberhundem. Dass sich die 42-Jährige einmal mit dem Speiseplan fernöstlicher Sportler beschäftigen würde, hätte sie sich auch nicht träumen lassen. Die Inline Alpine Weltmeisterschaft in Oberhundem machte es nötig. Doch nicht nur Schöttes, bei der WM verantwortlich für die Cafeteria, machte an den vier WM-Tagen, die gestern mit der Schlussfeier endeten, neue Erfahrungen. Der ganze 900-Seelen-Ort war eingespannt und spätestens seit Donnerstag im WM-Modus.

Alle Dorfvereine, Cliquen, Clubs und viele Privatleute packten vier Tage lang rund um die Uhr mit ins Rad, um die Mammutaufgabe unter der Führung des örtlichen Skiclubs zu stemmen. „Viele von uns haben extra Urlaub genommen und die Vereine, die keine Helfer schickten, haben Geld gespendet“, sagt Andreas Schöttes, Vorsitzender des austragenden Skiclubs und Chef des Organisationskomittees.

Der „Chef“ ist während der Wettbewerbe die Ruhe selbst. Wenn die besten Inliner der Welt bei mehr als 1000 Starts mit bis zu 70 km/h ins Dorf rasen, scheint Schöttes richtig zu genießen. Aus gutem Grund: Denn die meiste Arbeit wurde im Vorfeld erledigt. Gäbe es für Organisation und die Durchführung der WM auch Medaillen, Oberhundem hätte Gold verdient.

Erwartungen übertroffen

„Eine Super- WM, unsere Erwartungen wurden übertroffen, die Bedingungen waren optimal, die Atmosphäre und die Stimmung unter den Athleten prima“, bestätigt Siegfried Zistler, Generalsekretär des Inline Alpine-Weltverbands WIAC. „Das geht nur in einem Dorf wie Oberhundem, wo alle zusammen stehen“, lobte auch Landrat und Schirmherr Frank Beckehoff.

Keine Frage, die Inline Alpine WM war ein Riesenerfolg und gleichsam Werbung für das touristische Aushängeschild der Gemeinde Kirchhundem.

Was besonders gut ankam: Die WM war mittendrin. Der Skiclub Oberhundem hatte den Dorfplatz „Pastorsgarten“ zum kompakten WM-Stadion umgebaut, wo sich die 160 Athleten aus 7 Nationen und das Publikum hautnah begegneten.

Doch der Hauptgrund für die erfolgreiche WM war die perfekte Vorbereitung der Gastgeber in den letzten 10 Monaten. „Ich hatte nur Bedenken, dass die Straße beim Parallelslalom nicht breit genug ist“, sagt Andreas Schöttes. Alles andere hatten die Oberhundemer in unzähligen Vorbereitungstreffen organisiert: Neben dem ganzen Drumherum wie Unterkünfte, Verpflegung, Technik, Logistik, Sponsoring etc. galt es die Auflagen des Weltverbands WIAC zu erfüllen. 700 Strohballen, Fangzäune und ein Heer von Streckenposten und Betreuern sorgt für Sicherheit.

Die medizinische Betreuung übernahm neben dem DRK die örtliche DLRG-Gruppe, die wie die vielen anderen Helferinnen und Helfer bis an ihre Grenzen gingen. Die 12 Aktiven leisteten unter dem Motto „Alle oder keiner“ vier Tage lang 12-Stunden-Schichten an der Strecke. „Mittlerweile schmerzen die Füße ein wenig“, so DLRG-Chef Carsten Picker am vorletzten WM-Tag. Die Rettungsschwimmer hatten vor der WM extra einen Erste-Hilfe-Kursus für Sportverletzungen absolviert und mehr als 100 Kühlpads eingekauft. Gottlob wurde trotz einiger Stürze und blauen Flecken kein Athlet ernsthaft verletzt.

Alles im Griff

Zu jedem Zeitpunkt hatten die Oberhundemer, im letzten Jahr schon einmal Ausrichter eines Inline-Weltcups, alles im Griff. Na ja, fast alles. Die fast 100 Kuchen, die die Skiclub-Frauen gebacken hatten, waren schon am Samstag ausverkauft. Und das, obwohl Japaner gar keinen Kuchen mögen.

 
 

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