Überraschung in Iserlohn - Investor für Brauerei gefunden

Die Übernahme der Iserlohner Brauerei ist laut Insolvenzverwalter Dirk Andres für Anfang September vorgesehen - die Produktion war Ende März eingestellt worden.
Die Übernahme der Iserlohner Brauerei ist laut Insolvenzverwalter Dirk Andres für Anfang September vorgesehen - die Produktion war Ende März eingestellt worden.
Foto: Wilfried Diener
Letzendlich ist der Verkauf doch noch gelungen: Eine Investorengruppe um Christian Rolinck erhält Zuschlag für die insolvente Iserlohner Brauerei. Damit steht das lange Gerangel um die Braustätte vor einem guten Ende.

Iserlohn.. Die Brauerei-Tradition in Iserlohn ist doch nicht zu Ende. Überraschend gab Insolvenzverwalter Dirk Andres am Freitag bekannt, dass die zahlungsunfähige Iserlohner Brauerei für eine nicht genannte Summe an eine Investorengruppe um den Brauerei-Erben Christian Rolinck (39) geht - früher schon einmal Geschäftsführer in Iserlohn. Der Gläubigerausschuss habe dem Verkauf „wesentlicher Vermögenswerte“ bereits zugestimmt - das Grundstück, die Produktionshallen, die wichtigen Markenrechte sowie die Maschinen in Iserlohn gehen auf den neuen Eigentümer über. Damit steht einem Neustart nichts im Wege.

Übernahme im September

Dach-Gesellschaft ist die neu gegründete Luxus Bier GmbH. Die Übernahme ist laut Andres für Anfang September vorgesehen - die Produktion war Ende März eingestellt worden. Ob das auch eine gute Nachricht für die freigestellten Beschäftigten ist, muss sich noch zeigen. „Wir werden beim Neustart mit einer neuen Mannschaft Anfang 2015 versuchen, auf deren Erfahrung zurückzugreifen, aber nur in Einzelfällen“, kündigte Rolinck, der den Geschäftsführerposten selbst übernehmen möchte, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Wie viele Arbeitsplätze er in Iserlohn schaffen wolle, ließ er offen.

Im Fokus steht nicht mehr der Heimatmarkt, sondern der Export nach Asien. Dafür werde der in die Jahre gekommene Standort Iserlohn mit einem Investitionsaufwand von mehr als einer Million Euro technologisch auf Vordermann gebracht, wie Rolinck weiter sagte. Für das Exportgeschäft seien bestimmte Gebinde notwendig, ergänzte der bisherige Geschäftsführer Lars Junker, der sich froh zeigte, „dass das Unternehmen wieder in gute Hände kommt.“

Neue Dosen-Linie

Geschaffen werden müsse nun eine neue Dosen-Abfüllanlage. Als Gesellschafter der neu gegründeten Luxus Bier GmbH im Boot ist ein nicht genannter asiatischer Mitinvestor, offenbar mit größeren Anteilen, der Rolinck zufolge bereits mit eigenen Bier-Marken aktiv ist und mit dem Erwerb einer eigenen Brauerei offenbar bessere Vermarktungsmöglichkeiten sieht.

Regional liege die Marke Iserlohner am Boden, seitdem das Fassbier-Geschäft an Krombacher verkauft worden sei, gab der neue Inhaber zu. Es werde großer Anstrengungen bedürfen, neue Freunde zu finden. Zudem sei der deutsche Biermarkt seit Jahren rückläufig. Da sei eine nationale Vermarktung schwierig, aber im boomenden asiatischen Raum sei Bier mit deutschem Reinheitsgebot ein Begriff und die Marke Luxus befinde sich im Aufbau. Rolinck betonte aber, Iserlohner auch regional wiederbeleben zu wollen.

Damit geht ein monatelanges Gerangel um den Traditionsstandort zu Ende. Mit dem Insolvenzantrag hatten der bisherige Inhaber Michael Hollmann und sein Geschäftsführer Lars Junker nach neuen Investoren gesucht - zunächst vergeblich. Vor sechs Wochen hatte der Unternehmer Roland Baudisch aus Erftstadt bereits eine Absichtserklärung unterschrieben - zum Zuge kommt aber jetzt eine Investorengruppe um Christian Rolinck, der zuvor schon aus dem Rennen schien.

 
 

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