TuS Ferndorf will Lizenz für die 2. Bundesliga beantragen

So jubelten die Ferndorfer nach dem Sieg in Hagen.
So jubelten die Ferndorfer nach dem Sieg in Hagen.
Foto: WP
Noch sind die Arbeit am Etat und die Saison in der 3. Handball-Liga nicht beendet, aber der TuS Ferndorf signalisierte der Handball-Bundesliga fristgerecht, dass er die Lizenz zur 2. Bundesliga beantragen wird. Ein Problem bleibt.

Ferndorf..  Die Uhr bleibt nicht stehen – auch für den TuS Ferndorf nicht. Sportlich dominiert der Klub aus dem Siegerland die Staffel West der 3. Handball-Liga seit Monaten, weit schwieriger gestaltete es sich für den designierten Meister allerdings, auch wirtschaftlich die Voraussetzungen für den direkten Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen. Auf diesem Feld musste sich der TuS in den vergangenen Wochen durchbeißen und die an diesem Mittwoch, 15. April, endende Frist einhalten, um sich definitiv zum Aufstieg zu bekennen.

„Das haben wir getan“, sagt Dirk Stenger, einer der beiden Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir haben der Handball-Bundesliga (HBL) signalisiert, die Lizenzierungs-Unterlagen spätestens am 30. April abzugeben.“ Der Drittliga-Tabellenführer, der die zurückliegenden 24 Spiele in Serie für sich entschied und – rein rechnerisch – vier Spieltage vor Saisonschluss noch drei Siege von der Meisterschaft entfernt ist, wird das Unternehmen „Zweite Liga“ demnach erneut angehen. Ohne Wenn und Aber.

Wertvolle Tipps von der HBL

„Es ist verdammt viel Arbeit“, erklärt Dirk Stenger stöhnend unter der Last des Zahlen- und Papierwerks, das er gemeinsam mit seinem Partner in der Geschäftsführung, Vereins-Chef Frank Böcking, zu stemmen hat. „Nebenbei haben wir ja auch noch unsere normalen Jobs“, ergänzt er. Mit der „Kreuztaler Treuhand“, der Steuerberater-Kanzlei vor Ort, arbeitet der TuS jedoch seit Jahren eng zusammen. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der HBL-Lizenzierungs-Kommission, Holger Kaiser, saß die Führungsspitze des TuS dort bereits am Konferenztisch. Probleme wurden gewälzt, Unklarheiten beseitigt, wichtige Schritte eingeleitet. Stenger sagt: „Holger Kaiser hat uns wertvolle Tipps geben können.“

Kaiser selbst sieht in diesem Treffen keine Besonderheit. „Ich habe mich in den vergangenen Wochen mit zig Klubs getroffen“, sagt er auf Nachfrage. In diesen Gesprächen sei es darum gegangen, den Vereinen das Verfahren inhaltlich zu erläutern und aufzuzeigen, wie Formulare der HBL korrekt ausgefüllt werden. „Die konkreten Unterlagen und die Zahlen der Klubs sehe ich erst, wenn am 30. April die Frist endet“, erklärt Kaiser. Zwei Wochen später, so seine Einschätzung, stehe endgültig fest, ob die Lizenz erteilt werden kann oder nicht. „Für den TuS Ferndorf ist das alles ja nicht neu. Der Klub hat ja schon einmal in der 2. Bundesliga gespielt.“ In der Saison 2012/13 war das – am Ende folgte dem Auf- der sofortige Abstieg.

Auch Wilhelmshaven will

Neben den Siegerländern als voraussichtlicher Meister der Staffel West erklärte auch der Wilhelmshavener HV aus der Staffel Ost, den direkten Aufstieg wahrnehmen zu wollen. Der SC Magdeburg II im Osten darf nicht, die SG Leutershausen im Süden will nicht. In Ferndorf rannte die HBL offene Türen ein. Hier ist man auf Liga zwei programmiert, obwohl die Etatzahlen nach wie vor Kopfschmerzen bereiten. „Ein Stück fehlt noch“, sagt Dirk Stenger, ohne dabei konkret werden zu wollen. „Wir arbeiten eng mit unseren Sponsoren zusammen und erhalten positive Zeichen.“

Einen Etat von über 600 000 Euro strebt der TuS an, um konkurrenzfähig zu sein – eine Lehre aus dem ersten Abenteuer 2. Bundesliga. Auch in der aktuellen Saison liegen die Etats der Klubs geschätzt zwischen 500 000 und 1,5 Millionen Euro.

In Ferndorf herrscht Zuversicht, in den verbleibenden 15 Tagen bis zur Abgabe des Lizenzantrags auch die letzten Zweifel am Zustandekommen des gewünschten Etats ausräumen zu können. Was noch fehlt, ist allerdings eine Mannschaft, denn die präsentiert sich Stand jetzt noch als Torso. Die Abgänge von David und Simon Breuer, Moritz Barkow, Heider Thomas, Bennet Johnen und Niklas Weis wiegen schwer. „Natürlich“, sagt Stenger, „laufen im Hintergrund die Drähte heiß. Wir können in absehbarer Zeit Namen nennen. Aber nicht, bevor die Tinte unter den Verträgen trocken ist.“ Bislang ist nur der dank der Kooperation mit dem Bundesligisten VfL Gummersbach von den Oberbergischen ausgeliehene Florian Baumgärtner als Zugang perfekt.

Die Uhr tickt weiter.

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