Vogelgrippe: Tote Wildente in Hagen starb an Virus H5N8

Susanne Schlenga
Im Umkreis von einem Kilometer rund um den Fundort der toten Ente am Hengsteysee in Hagen werden am Montag warnhinweise aufgestellt.
Im Umkreis von einem Kilometer rund um den Fundort der toten Ente am Hengsteysee in Hagen werden am Montag warnhinweise aufgestellt.
Foto: imago stock&people
  • Die Geflügelpest hat Westfalen erreicht
  • Tote Ente vom Hengsteysee in Hagen starb an Virus H5N8
  • Geflügelhalter alarmiert
Hagen/Herdecke. 
  • Die Geflügelpest hat Westfalen erreicht
  • Tote Ente vom Hengsteysee in Hagen starb an Virus H5N8
  • Geflügelhalter alarmiert

Die Geflügelpest hat jetzt auch Westfalen erreicht. Nachdem sich am Freitag der H5N8-Verdacht bei einem Bussard im Kreis Wesel bestätigt hatte, teilte das zuständige Friedrich-Löffler-Institut (Insel Riems bei Rügen) jetzt mit, dass eine am Mittwoch am Hengsteysee in Hagen verendete Ente ebenfalls mit dem gefährlichen Virus infiziert war.

Sperrbezirk rundum den Fundort am Hengsteysee

Im Falle der toten Ente vom Hengsteysee hatten der Ennepe-Ruhr-Kreis wie auch die Stadt Hagen am Mittwoch bereits einen Kilometer rund um den Fundort einen Verdachts-Bezirk sowie mit einem Radius von drei Kilometern ein Verdachts-Beobachtungsgebiet eingerichtet und alle Geflügelhalter informiert. Für die Halter bedeutete dies: Ihre Tiere müssen im Stall bleiben. Oder, wenn sie in einem Freigehege gehalten werden, so geschützt werden, dass ein Kontakt mit Wildvögeln unmöglich ist. „Das kann zum Beispiel eine Plane über dem Gehege sein und Maschendraht drumherum“, erläutert der Amtstierarzt des Ennepe-Ruhr-Kreises, Peter Richter.

Das Landesumweltministerium in Düsseldorf hatte bereits am vergangenen Montag eine Stallpflicht in Risikoregionen in 16 Kommunen und Kreisen veranlasst, die im Laufe der Woche weiter ausgedehnt wurde. Zudem wurden am Mittwoch landesweit die zuständigen Behörden angewiesen, Genehmigungen für Geflügelschauen in NRW zurückzunehmen und keine neuen auszustellen. Durch diese Maßnahme soll die Wahrscheinlichkeit einer Virus-Ausbreitung begrenzt werden.

Breitet sich das Virus aus?

Was passiert, wenn weitere Tiere sterben? „Sollten viele Wasservögel gleichzeitig sterben, untersuchen wir natürlich jeden einzelnen“, erklärt Peter Richter. Auch wenn man kaum Vorhersagen über die Ausbreitung des Virus machen könne, hält der Veterinär ein massenhaftes Sterben für unrealistisch. Findet ein Spaziergänger einen toten Wasservogel, sollte er dies dem Ordnungsamt oder am Wochenende der Feuerwehr (112) melden.

Sind Menschen gefährdet?

Für den Menschen sei das Virus nicht gefährlich, betont der Amtstierarzt. „Bei diesem Virus geht es darum, dass Geflügelhalter ihren Bestand verlieren können, also um ein wirtschaftliches Risiko.“ Auch der Sprecher des NRW-Umweltministeriums, Frank Seidlitz, beruhigt: „Es hat weltweit keinen Fall gegeben, bei dem Menschen von diesem Virus infiziert wurden.“

Wer ist betroffen?

Im Ennepe-Ruhr-Kreis und auch in der Nachbarstadt Hagen ist die Geflügelwirtschaft nicht so verbreitet wie zum Beispiel im Münsterland. Dennoch könnten bei einer weiteren Ausbreitung Betriebe betroffen sein. In Breckerfeld hält der Hof Baumeister an die 150 000 Tiere, 11 500 Freilandhühner hocken schon seit Mitte der vergangenen Woche im Stall. Wir in einem dieser Betriebe ein infiziertes Tier gefunden, müssten alle Tiere gekeult werden. Größere Betriebe werden aktuell stärker kontrolliert.

Und die Weihnachtsgans?

Tatsächlich ist es im Sperrbezirk verboten, mit Geflügelprodukten zu handeln, die aus dem Bezirk stammen. Aber Lebensmittelgeschäfte dürften frisches Fleisch verkaufen. „Wenn es aus einem Vogelgrippe freien Bereich stammt“, so Peter Richter.