Streit um Reha-Betten für Schlaganfall-Patienten

Düsseldorf.  In NRW fehlen nach Angaben von Gesundheitsexperten einige Hundert Reha-Betten für Schlaganfall-Patienten. Der CDU-Gesundheitsexperte Peter Preuß schätzt, dass jährlich 100 000 Menschen in NRW nach Schlaganfällen oder schweren Schädelverletzungen eine Neuro-Reha benötigen.

Nach einem Gutachten des IGES-Instituts fehlten 2012 in NRW 1335 Betten für die Früh-Reha. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sieht aber „keine Versorgungsprobleme“. Nach Angaben des Ministeriums ist jede Klinik mit Intensivstation verpflichtet, alle bei Schlaganfall-Patienten erforderlichen ersten Maßnahmen durchzuführen.

Bei Schlaganfall-Patienten ist die Früh-Reha zur Vermeidung langfristiger Schäden umso erfolgreicher, je früher, intensiver und spezifischer sie einsetzt. Nach einer Akut-Behandlung umfasst die Früh-Reha 300 Minuten Behandlung am Tag, um durch den hohen Therapieeinsatz das Erholungspotenzial nach Schädigungen des Nervensystems auszuschöpfen.

Neue Zahlen des Instituts für Arbeit und Technik besagen, dass die Versorgungsquote mit Früh-Reha-Betten nur in Sachsen schlechter ist als in Nordrhein-Westfalen. In Thüringen liegt die Quote acht Mal höher. Der Gesundheitsökonom der Fachhochschule Gelsenkirchen, Stephan von Bandemer, geht davon aus, dass acht Prozent aller Schlaganfall-Patienten eine Früh-Reha benötigen. Demnach fehlten mindestens 500 Reha-Betten.

Das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf kritisierte, dass die Studie Einrichtungen kleiner Kliniken mit weniger als 100 Betten nicht berücksichtigt habe und deshalb die tatsächliche Versorgungssituation in Nordrhein-Westfalen nicht wiedergegeben werde. Im neuen Krankenhausplan ist zudem vorgesehen, dass qualifizierte Reha-Kliniken in Kooperation mit neurologischen Kliniken als Erstversorger speziell für die neurologische Früh-Reha tätig werden.

 
 

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