Straßenbahnen als „unsicheres Verkehrsmittel“

Hagen.  Straßenbahnen sind vor allem für Fußgänger und Radfahrer ein unsicheres Verkehrsmittel, warnt der „Gesamtverband der Versicherungswirtschaft“. In drei Jahren starben demnach bei bundesweit 4100 Unfällen 100 Menschen, mehr als 5000 wurden verletzt.

Auch der dichte Straßenbahnverkehr im Ruhrgebiet fordert Opfer. 321 Mal hat es im Revier im angegebenen Zeitraum gekracht. Sieben Menschen starben dabei, 56 wurden schwer verletzt. Essen führt die Liste mit 102 Unfällen mit Personenschaden an, darunter zwei Tote und zwanzig Schwerverletzte. Dortmund folgt mit 76 Unfällen. In Duisburg gab es 46, Bochum 37, Gelsenkirchen 23.

„Straßenbahnen sind, bezogen auf die gefahrenen Kilometer, ein vergleichsweise unsicheres Verkehrsmittel“, sagt Siegfried Brockmann, der Chef des Unfallforscher-Teams. Doch liegt die Schuld eher selten bei den Triebfahrzeug-Führern. „Die Führung der Straßenbahn in der Mittellage einer Straße ist die unsicherste“, sagte Brockmann un­serer Redaktion. „Oft liegt bei der Signalisierung viel im Argen“. Bei Überquerungen seien dann mehrere Ampeln hintereinander geschaltet, der Fußgänger könne dies nicht sofort überblicken. Nehmen Fußgänger die Bahnen also nicht richtig wahr? „Das ist so“, sagt der Experte, „Straßenbahnen sind zudem deutlich schneller, als man annimmt“.