Rechnungen vom Tierarzt könnten bald teurer werden

Hagen.  Mit dem Dackel zum Tierarzt – das könnte bald teurer werden. Das befürchten die Tierärzte in Westfalen-Lippe. Grund ist eine neue Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die auch die Überwachung von Hausapotheken der Tierärzte regelt.

Dafür sind bisher die Kreisveterinärämter vor Ort zuständig gewesen. Nun aber will die Landesregierung die Aufgaben einer neuen Zentralbehörde übertragen, angesiedelt beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Recklinghausen. Damit wird der Gebührenrahmen, der derzeit bei 50 bis 2000 Euro liegt auf bis zu 12 000 Euro angehoben. Dieser neue Höchstrahmen allerdings, betont man beim Umweltministerium, gelte nur für wenige sehr große Tierarztpraxen: 29 von insgesamt 1774 in Nordrhein-Westfalen. Kleintierpraxen hätten „keine großen Kostensteigerungen“ zu erwarten, so eine Sprecherin des Ministeriums.

700 Euro mehr pro Jahr – mit diesem Betrag rechnet allerdings ­Christiane Klemt, Kleintierärztin in Sundern und Kreisvorsitzende der Tierärztekammer im Hochsauerland. Keine enorme Summe, dennoch müsse sie die Kostensteigerung vermutlich an die Tierhalter weitergeben.

Eine Erhöhung, die die Tierärzte nicht recht einsehen wollen. Dass sie für die weite Anfahrt der Kontrolleure aus Recklinghausen bezahlen sollen, während der Weg für den bisher zuständigen Kreisveterinär nur kurz ist, leuchtet ihnen nicht ein. Das Ministerium argumentiert, dass man im Kampf gegen höchst gefährliche Antibiotika-Resistenzen eine bessere Kontrolle brauche. Die Kreisveterinärämter hätten ein Fülle von weiteren Aufgaben, in einer neuen Zentralbehörde könne sich ein Expertenteam um das Problem kümmern, heißt es.

Die Tierärzte allerdings halten die Kontrollen der Hausapotheken durch die Kreisveterinäre bisher durchaus für wirksam. Zumal die Amtstierärzte auch weiter für die Überwachung der landwirtschaftlichen Betriebe zuständig seien. Beide Aufgaben voneinander zu trennen, das könne die Kontrollen nur schlechter machen, kritisiert Harri Schmitt, Präsident der Tierärztekammer Westfalen-Lippe.

 
 

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