Rauchen kann der Einstieg in die Abhängigkeit sein

Warstein..  Eine Studie aus München fand heraus, dass die Zahl von Alkoholabhängigen seit 2006 von 1,3 Millionen auf 1,8 Millionen Menschen angestiegen ist. Das ist ein Zuwachs von 36 Prozent. Auch die Tabakabhängigkeit ist laut der Studie nicht kleiner geworden. Bertrand Evertz kümmert sich im LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen in Warstein um Abhängigkeitskranke und kennt die Phänomene der Sucht.

1 Wo verläuft die Grenze zwischen Genusstrinken und tatsächlicher Alkoholsucht?

Eine Alkoholabhängigkeit besteht erst dann, wenn körperliche Entzugserscheinungen zu erkennen sind. Das heißt, wenn jemand am Wochenende viel trinkt und am Montag darauf verzichten kann, ist er noch nicht abhängig. Dennoch ist das nicht ganz ungefährlich und nicht mehr weit von der Sucht entfernt.

2 Kann das Glas Rotwein am Abend dann noch als gesund bezeichnet werden?

Die Menge, die angeblich gesund sein soll für den Körper, wird immer geringer eingestuft. Ich sehe das als Suchtmediziner sowieso kritisch, deswegen rate ich dazu, wirklich nur das berühmte eine Glas zu trinken und nicht darüber hinaus.

3 Auch der Tabakkonsum ist stark gestiegen. Verharmlosen wir das Rauchen?

Etwa 95 Prozent meiner Patienten rauchen auch. Das zeigt, dass der Tabakkonsum in jedem Fall eine Einstiegsdroge sein kann. Darum ist es wirklich sinnvoll, noch stärker präventiv gegen das Rauchen vorzugehen.

Mit Bertrand Evertz
sprach Bea Pape.

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