„Mendener Wolkenschuss“ ein Fall für den BGH

Arnsberg/Menden..  Nordrhein-Westfalens Sportvereine können aufatmen. Vorerst. Das Landgericht Arnsberg hat gestern der Berufung des ehemaligen A-Jugend-Fußballspielers des DJK Grün-Weiß Menden, Volkan Arslan, stattgegeben. Der Fröndenberger muss der Mutter eines Mitspielers für einen missglückten Schuss, der auf dem Auto der Klägerin landete, keine 1500 Euro Schadenersatz zahlen.

2013 hatte der damals 17-Jährige den Fußball beim Abendtraining aus rund 20 Metern Entfernung zum Tor nicht richtig getroffen. Der Ball flog über den acht Meter hohen ­Fangzaun und hinterließ eine dicke Beule am Heck des Wagens, der auf einem ausgewiesenen Parkplatz stand. Das Amtsgericht Menden verurteilte den Jugendlichen zur Zahlung der ­Hälfte des Schadens.

Laut der Vorsitzenden Richterin der 3. Zivilkammer, Nina Niehaus, ist der „Mendener Wolkenschuss“ ein erlaubtes Risiko, ein Risiko, mit dem die Gesellschaft bei einem derartigen Sport leben müsse. „Ein Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht kann nicht nachgewiesen werden.“ Das sei erforderlich, um fahrlässiges Handeln feststellen zu können.

Die drei Richter ließen den Antrag auf Revision zu. Nun muss sich erstmals der Bundesgerichtshof mit einem derartigen Fall beschäftigen.

Volkan Arslan zeigte sich nach der Verhandlung erleichtert: „Ich habe nichts anderes erwartet.“ Für seinen Mendener Anwalt Björn Rüschenbaum ist das Urteil ein Sieg für den Mannschaftssport: „Niemand muss Angst haben, vollen Einsatz zu zeigen.“ Die Klägerin wollte sich nicht äußern.

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