#mehralsnurWP: Wie Engagement für die Heimat Spaß macht

Alle Teilnehmer sind engagierte Lokalpatrioten im besten Sinne - ihnen liegt die Region als Ganzes am Herzen. Für sie ist "Mach mehr" Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken und sich zu vernetzen.
Alle Teilnehmer sind engagierte Lokalpatrioten im besten Sinne - ihnen liegt die Region als Ganzes am Herzen. Für sie ist "Mach mehr" Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken und sich zu vernetzen.
Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services
Bei der WP-Zukunftskonferenz war die überwältigende Mehrheit der 50 jungen Teilnehmer ehrenamtlich aktiv. Allen liegt Südwestfalen am Herzen.

Warstein. Es gehört schon eine gehörige Portion Idealismus dazu, den ersten sonnigen Frühlingssamstag von 12 Uhr mittags bis spät in den Abend hinein in einem Workshop zu verbringen.

#MehralsnurWPAber erstens konnte man auch draußen diskutieren, und zweitens sind es die gut 50 jungen Leute, die in der "Warsteiner Welt" Vorschläge, Wünsche und Anregungen sammelten und mit Bürgermeistern und Abgeordneten diskutierten, gewöhnt, sich zu engagieren: Die überwältigende Mehrheit ist ehrenamtlich aktiv. Und allen miteinander liegt ihre Heimatregion am Herzen.

Vorschriften und Auflagen behindern Engagement

Deshalb wissen sie, wie wichtig die Vereine sind für das Leben in den kleineren Gemeinden. Und wie lohnend die Arbeit in ihnen ist. Weil man etwas für die Gemeinschaft erreichen und zugleich selbst wachsen kann. Lukas Drölle, der junge Fußballer trainiert: „Wir machen das nicht, weil wir zu viel Freizeit haben, sondern weil es Spaß macht.“ Der wird nur gefährdet von immer mehr Vorschriften und Auflagen. Und von der schwindenden Zeit vieler Schüler. Eine Empfehlung deshalb: Die Vereine müssen direkt an die Schulen gehen.

Nicht alle diskutierten Ideen sind ganz neu: Taxis zu subventionieren, wenn Busse wenig ausgelastet sind, Jugendparlamente, Events und lebendigere Kneipen – hat man schon gehört. Neu ist die Vorstellung, die meisten Probleme ließen sich mittels Apps, Internet-Plattformen und der Digitalisierung überhaupt lösen. „Dass das so im Vordergrund steht, hätte ich nicht gedacht“, meint der Europaparlamentarier Peter Liese (CDU) ein wenig amüsiert. Auch für ihn ein Problem ist das mangelnde Job-Angebot in kreativen Berufen. „Für Ingenieure ist es leichter.“ Aber auch die, vorwiegend noch Männer, zögerten, sich niederzulassen, wenn die Partnerinnen nicht versorgt seien. Liese: „Attraktive Bedingungen für jüngere Frauen sind wichtiger, als wir lange gedacht haben.“

Wir-Gefühl ist in der Region besonders wichtig

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg fühlt sich bestätigt durch die Kritik an der Breitband-Versorgung: „Und das in einer innovativen Region!“ Dass es zu wenig Infos über Ereignisse in Nachbarstädten und -kreisen gibt, kann er sich dagegen kaum vorstellen: „Das Netz ist schon gut und die jungen Leute kommen herum.“ Zum Glück: „Das Wir-Gefühl ist wichtig.“

An dem fehlt es den ganzen Tag über nicht. Neben den Sach-Diskussionen ist auch der persönliche Austausch wichtig. Manche Probleme existieren überall, andere sind speziell. Die Gespräche sind lebendig und persönlich, auch mit den Amtsträgern.

Junge Menschen wollen lieber digital die Zukunft mitgestalten

Mit Parteien wollen allerdings die wenigsten etwas zu tun haben. Sie mögen’s lieber digital. In der am Samstag gegründeten Facebook-Gruppe „Dorfkind-Finder“, die Fahrten zu Kulturaktivitäten vermitteln will, hatten sich gestern Nachmittag bereits 124 Interessenten angemeldet.

Klassisch analog dann allerdings der Ausklang mit DJ N.DM, Schnitzel vom Sauerländer Landschwein und anderen Leckereien vom Büffet sowie Flüssigem, das nur sehr wenige Transportmeter hinter sich hatte. Auch da war Engagement zu spüren. Die Heimat soll eben auf allen Ebenen Spaß machen. (Harald Ries)

Die Ergebnisse der Workshops: