Kristina Sprehe bei Dressur-DM die Herausforderin mit eigenem Totilas

Kristina Sprehe ist die Aufsteiigerin der Dressurszene. Sie will Totilas in Balve herausfordern. Foto:Marcus Bottin
Kristina Sprehe ist die Aufsteiigerin der Dressurszene. Sie will Totilas in Balve herausfordern. Foto:Marcus Bottin
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Natürlich stichelt sie nicht gegen Matthias Rath und seinen Wunderhengst Totilas, aber bei den nationalen Reit-Meisterschaften in Balve (31. bis 3. Juni) will Kristina Sprehe das deutsche Top-Paar der Dressur herausfordern. „Ich konzentriere mich auf mich“, sagt sie.

Balve.. Das Traumpaar der deutschen Dressur beehrt die nationalen Meisterschaften vom 31. Mai bis 3. Juni in Balve. Doch Matthias Rath und Totilas sind keine Alleinunterhalter. Eine besonders selbstbewusste Herausforderin ist Kristina Sprehe, die das Pferd Desperados als ihren Totilas bezeichnet.

Der Hengst habe genauso viel Qualität, sei schön und schwarz, schwärmt die 25-Jährige ab und zu. Das erinnert an ihre Teamkollegin Anabel Balkenhol, die schon nach Raths Doppelsieg bei den Titelkämpfen vor Jahresfrist an gleicher Stelle im Sauerland erklärte: „Wir haben alle auf unsere Art ein Wunderpferd. Jedes ist speziell.“

Die Aufsteigerin der Branche

Aufgrund der großen Leistungsdichte hierzulande ist es bestimmt berechtigt, die Ausnahmestellung von Totilas zu relativieren. Sprehe tut dies als die Aufsteigerin der Branche. War sie in den vergangenen Jahren noch bei den Nachwuchsreitern unterwegs, hat sie es auf Desperados mittlerweile zu den ganz Großen geschafft.

Innerhalb von acht Monaten verbesserte sich die Studentin der Betriebswirtschaft in der Weltrangliste vom 125. auf den 17. Platz. Seit Dezember gehört sie dem deutschen Championatskader an und gilt sogar als Kandidatin für die Olympischen Spiele in London.

Sensationssieg im Grand Prix Special

Im März feierte die zierliche Niedersächsin aus Dinklage beim Turnier in der Dortmunder Westfalenhalle einen Sensationssieg im Grand Prix Special. Einen Monat später kam es zum Auftakt der grünen Saison in Hagen am Teutoburger Wald zu dem mit Spannung erwarteten direkten Duell mit Rath, das der Rivale im Sattel des Zehn-Millionen-Vierbeiners sowohl im Grand Prix als auch in der Kür für sich entschied, wenngleich die mehrmalige Medaillengewinnerin bei den Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter mit persönlichen Bestnoten glänzte.

Lebenstraum von Olympia kann wahr werden

Vor dem erneuten Aufeinandertreffen bei den deutschen Meisterschaften auf der idyllischen Anlage am Schloss Wocklum will Kristina Sprehe jedoch den Ball flach halten: „Natürlich pusht der Erfolg, aber der Druck wächst ja ebenfalls.“

Die hübsche Brünette weiß, dass der Lebenstraum Olympia wahr werden kann: „Das ist das große Ziel. Doch alle Deutschen werden auf dem Weg dorthin durchstarten. Ich lasse das auf mich zukommen.“ Erst recht verzichtet sie darauf, gegen Matthias-Alexander Rath zu sticheln: „Ich konzentriere mich auf mich, akzeptiere es, wenn Matthias seine Leistung zeigt und gönne ihm das.“

Tod von Bundestrainer Schmelzer war Schock

Es ist ohnehin nicht die Zeit für übermäßige Eifersüchteleien. Für alle Dressur-Asse war es ein Schock, als Bundestrainer Holger Schmezer (65) am 19. April während des Weltcup-Finales im niederländischen s’Hertogenbosch tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde. „Es fehlt etwas. Er hat die Stimmung durch seine Art immer etwas aufgelockert“, berichtet Kristina Sprehe und fügt hinzu: „Dadurch rückt man als Team noch einmal näher zusammen.“

Nun wird Jonny Hilberath die Equipe nach London führen und bei der Olympia-Sichtung in Balve nicht zuletzt auf seine neue Hoffnungsträgerin schauen. Er weiß, dass Matthias Rath alles andere als ein Alleinunterhalter ist.

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