Keine Probleme mit Windkraft in der Uckermark

Schmallenberg..  So stellt sich der Laie eine windige Kaffeefahrt für den Verkauf heißer Luft vor. Der Saal liegt in einer abgelegenen Ortschaft, die Referenten sind freundlich, bestimmt und verkünden eine Botschaft, die keinen Widerspruch duldet: Windkraftanlagen sind das Nonplusultra erneuerbarer Energien, besonders im Sauerland.

Seriös sieht anders aus.

Was sich die Energie-Agentur NRW mit dem Regionalverband Südwestfalen und dem NRW-Landesverband des Bundesverbandes Windenergie am Dienstagabend im Alpin Hotel in Grafschaft auf der dritten Informationsveranstaltung zum Thema „Windenergie in Südwestfalen“, Schwerpunkt Tourismus, erlaubt hat, ist skandalös.

Pia Dagasan von der Energie-Agentur NRW räumt mit vermeintlichen Vorurteilen auf. Nein, die Immobilien würden im Umfeld von Windrädern nicht an Wert verlieren. Das zeige die jüngste Studie aus Aachen. Leises Stöhnen im Saal.

Michael Beckmann, Tourismusdirektor in Winterberg, erhebt Einspruch. Nichts davon lasse sich 1:1 übertragen. Er kennt die Praxis: „In Neuastenberg hat allein die Absicht genügt, hier möglicherweise Windräder zu bauen, dass von einem Bauvorhaben über 1,5 Millionen Euro Abstand genommen worden ist.“

Es kommt besser. Leonie Umbach, Tourismus Marketing Uckermark, referiert über klimafreundlichen Tourismus in der Heimat der Kanzlerin. Die junge Frau spürt vor den falschen Karren gespannt worden zu sein: „Wir haben bei Windrädern keine Probleme mit Anwohnern.“

Warum nur?

Die Antwort gibt sie selbst. „Wir sind mit 128 000 Einwohnern auf etwa 3000 Quadratkilometern die am dünnsten besiedelte Region Deutschlands.“ Und da, wo die Gäste Urlaub machten, seien keine Windparks. Kopfschütteln rundum.Was hat das mit dem Sauerland zu tun? Die Krönung der Argumente, Windkraft vor der Haustür skeptisch zu begegnen, liefert Matthias Wangelin von Mut-Energiesysteme aus Kassel. Ein Unternehmen, das Windkraftanlagen plant.

Seine Offenheit verblüfft: „Ja, viele Windparks laufen defizitär. Das liegt an der schlechten Projektierung.“ Seine Empfehlung: „Planen Sie jetzt. Ab 2017 ist die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt. Warum? „Weil es weniger Geld für die Einspeisung des Ökostroms gibt.“

Keine Fragen mehr.

 
 

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