Kaiser - „Die Schule muss im Dorf bleiben“

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Arnsberg/Hagen. Er hat das schwarz-gelbe Sieger-Gen. Klaus Kaiser ist Fan von Borussia Dortmund, fiebert bei den Heimspielen auf der Tribüne mit. Am 13. Mai kandidiert der Chef der CDU-Südwestfalen wieder für den Landtag. Der 55-Jährige hofft auf ein Heimspiel und setzt auf das Direktmandat. Über die Landesliste ist der Christdemokrat nicht abgesichert. Kaiser gehört als Schulminister zu Norbert Röttgens Schattenkabinett.

Den Kontakt über Internet findet Kaiser gut, die Begegnung mit Leuten besser. „Für mich zählt das persönliche Gespräch. In einer lebendigen Bürgergesellschaft ist es unverzichtbar“, sagt der Chef der CDU-Südwestfalen beim Besuch unserer Zeitung. Wer ihn also auf dem Markt in Neheim trifft, sollte ihn ansprechen. Themen gibt es genug.

Was will Kaiser? „Für die SPD ist Südwestfalen ein Ausflugsziel“, sagt Kaiser, „für uns sicher mehr. Wir leben nicht vom Tourismus.“ Nach der erhofften politischen Wende in Düsseldorf will der Abgeordnete den Blick weg vom Ruhrgebiet hin zum ländlichen Raum und seinen Notwendigkeiten schärfen.

Das fängt beim Straßenbau an. „Südwestfalen hängt überproportional von der Produktion ab. Die Wertschöpfung erfolgt durch die industrielle Fertigung. Das Transportaufkommen ist enorm. Wir brauchen leistungsfähige Straßen.“

Mit der Benachteiligung beim Ausbau und Erhalt der Landesstraßen in Südwestfalen muss aus seiner Sicht Schluss sein. Für eine politische Fehlentscheidung hält er die Pläne, den Weiterbau der A 46 mitten in Menden enden zu lassen: „Jeder weiß, welche Katastrophe auf die Nachbargemeinden zukommen.“

Die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. „Für Südwestfalen bietet sie große Chancen. Wir haben die mittelständischen inhabergeführten Unternehmen, die schneller als Konzerne auf Entwicklungen reagieren können.“ Die Verspargelung der Landschaft durch Windräder, „es gibt verträgliche und energetisch nutzbare Standorte“, beschäftigt Kaiser nicht vorrangig. Er sieht im Ausbau der Energiegewinnung durch Biomasse und technischen Neuheiten zur Verbesserung der Energieeffizienz große Potenziale. „Die Energiewende bietet alle Möglichkeiten, nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern“.

Sichern will Kaiser auch die Schule im Dorf. „Sie muss bleiben.“ Eine Voraussetzung gelte es dabei zu erfüllen: „Keine Kommune darf Maßnahmen zu Lasten der Nachbargemeinde treffen.“ Kaiser spricht sich für das Prinzip „Kurze Beine - kurze Wege aus.“ Schulen mit 92 Schülern müssten selbstständig bleiben können, Teilstandorte mit mindestens 36 Schülern möglich sein. „Durch den Schulkonsens ist die Zukunft des Gymnasiums gesichert.“

Mit der Möglichkeit, Sekundarschulen zu bilden, könnten zum Beispiel in allen Städten und Gemeinden im Hochsauerlandkreis Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10 neue ortsnahe dezentrale Angebote mit mehr pädagogischen Angeboten erhalten, wenn die Eltern dies wollten. Dass er vielleicht nach der Wahl an der Spitze eines Ministeriums steht, dass diese Entwicklungen forciert, macht ihn nicht bange: „Eine tolle Aufgabe.“

Weniger toll wird es sein, die Schulden in der Regierungsverantwortung abzubauen. „So wie jetzt geht es auf Dauer nicht gut. Rot-Grün hat trotz der vier Milliarden Euro Mehreinnahmen vier Milliarden mehr Ausgaben. Pervers.“ Die Schuldenuhr auf seiner Heimseite im Netz zeigt: Pro Sekunde wachsen die Schulden in NRW um 125,46 Euro.

 
 

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