Jäger befürchten „grüne Ideologie“ im Jagdgesetz

Düsseldorf/Gevelsberg..  Die 90 000 ­Jäger in NRW fürchten zu viel ­„grüne Ideologie“ im neuen Landesjagdgesetz.

Eine einseitige Ausrichtung auf die ökologische Jagd bereite den Jägern Sorgen, erklärte Hans-Jürgen Thies vom Landesjagdverband in einer Anhörung im Landtag. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will in einem ersten Schritt die Zuständigkeit für die Jagdabgabe von 3,2 Millionen Euro im Jahr auf das unterstellte Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) übertragen. Dafür soll die Obere Jagdbehörde beim Landesbetrieb Wald und Holz abgeschafft werden.

Der Gesetzentwurf für das neue Landesjagdgesetz wird absehbar erst nach der Kommunalwahl im Mai 2014 beschlossen werden. Darin will Rot-Grün ein landesweites Verbot von Bleimunition verankern. Tier- und Umweltschutzverbände fordern zudem ein Verbot der Hundeausbildung an lebenden Tieren sowie den Verzicht auf den Abschuss von Vögeln. Der rot-grüne Koalitionsvertrag sieht auch „Regelungsbedarf“ bei der Fallenjagd.

Streit um Forschungsstelle

Die vor dem großen Wurf noch für 2013 geplante „kleine Novelle“ des Landesjagdgesetzes sieht eine Straffung der Jagdverwaltung vor. Bisherige Aufgaben der oberen Jagdbehörde sollen auf Kreise (Tagesgeschäft) und Landesamt (zentrale Steuerung) aufgeteilt werden. Die Jäger fürchten, dass auch der Auftrag der Forschungsstelle für Lebens- und Umweltbedingungen des heimischen Wildes im Sinne der Umweltverbände ideologisch verändert wird. Bisher soll die Forschungsstelle das Jagdwesen „fördern“. Künftig soll sie nur noch Kenntnisse „über das Jagdwesen verbessern“.

Der Bürgermeister von Gevelsberg, Claus Jacobi, warnte denn auch in der Anhörung davor, dass die Forschungsstelle zur Untergruppe des Naturschutzes werden könnte. Die Jagdabgabe von 45 Euro pro Jahr und Jäger wird von den Jagdverbänden akzeptiert.

Zweifel an Unabhängigkeit

Dass aber das Minister Remmel unterstellte Landesamt für Naturschutz über die Mittelvergabe entscheiden soll, weckt beim Landesjagdverband erhebliche Zweifel an dessen Unabhängigkeit. Aus Sicht der Grünröcke muss „Jägergeld in Jägerhand“ bleiben.

Der Naturschutzbund (Nabu) fordert, dass alle Inhalte des bisherigen Jagdgesetzes auf den Prüfstand müssen. Tiere sollten künftig nur noch zum Verzehr getötet werden dürfen und der Abschuss von Vogelarten grundsätzlich verboten werden.

 
 

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