Internetbetrüger immer findigerGetarnte Internetseiten als tückische Fallen

Düsseldorf..  Internetbetrüger werden beim Ausplündern privater Konten immer findiger. Millionenfach schleichen sich Cyber-Kriminelle auf ihren Beutezügen in private Computer, fischen persönliche Konto-Daten ab und kaufen dann auf fremde Kosten im Netz ein. Gut getarnt als Telekom- oder Vodafone-Rechnungen landen die E-Mails in der digitalen Post. Der Clou: Empfänger werden nicht mehr anonym, sondern mit korrektem Vor- und Nachnamen angemailt mit der Aufforderung, Kontodaten und Passwörter zu hinterlassen oder täuschend echt aussehende Rechnungen namhafter Unternehmen wie Amazon zu bezahlen.

Fast 80 000 E-Mails über solche Angriffe im Netz haben Bürger im letzten Jahr an die NRW-Verbraucherzentrale gemeldet. In 2700 Fällen wurden Warnungen vor betrügerischen Internetseiten veröffentlicht. „Tendenz steigend“, warnte der Chef der NRW-Verbraucherzentrale, Wolfgang Schuldzinski, bei der Vorstellung des Jahresberichts 2014. Betrügerische Seiten werden meist schnell gesperrt – dann gibt es aber längst neue Links.

Erfolgreich war die Verbraucherzentrale mit einer Klage vor dem Bundesgerichtshof gegen große Reiseveranstalter, die von Kunden bis zu 100 Prozent Vorkasse für Reisen verlangten. Grundsätzlich sei eine Anzahlung bis 20 Prozent des Reisepreises zulässig, urteilten die Richter. Auch pauschale Stornokosten mit einem Eingangssatz von mindestens 25, 30 oder 40 Prozent ließ der BGH nicht zu.

Ein Dauerärgernis für Verbraucher sind teilweise wochenlange „Warteschleifen“, wenn ein Telefonkunde den Anbieter wechselt. Meist weisen sich die Unternehmen gegenseitig die Schuld zu. „Der Anschluss darf aber nur maximal einen Tag tot sein“, betonte Schuldzinski. Auch der Wechsel des Stromanbieters verläuft nicht selten äußerst problematisch. Neukunden werden von Billigstromanbietern häufig Bonuszahlen versprochen, die dann aber mit fadenscheinigen Begründungen verweigert werden. Vielfach werden Vergütungen erst mit den nächsten Abschlägen verrechnet. Gegen die unlauteren Geschäftspraktiken ist die Verbraucherzentrale mit einer Reihe von Verfahren vorgegangen.

Auch der „Gefällt-mir-Button“ vom sozialen Netzwerk Facebook wurde für Kunden zum Problem. Die Verbraucherzentrale hat sechs Unternehmen HRS, Nivea, Payback, Eventim, Peek& Cloppenburg und Kik eine Abmahnung geschickt, weil schon beim Aufruf der Seite automatisch Daten über das Surf- und Verbraucherverhalten bei Facebook landeten. „Wer im Netz nach Reisezielen sucht, eine Konzertkarte kauft oder nach dem passenden Outfit stöbert, geht nicht davon aus, dass diese Aktivitäten sofort auch von Facebook mitgelesen werden“, kritisierte Schuldzinski.

Die Datenkrake

Dabei greifen die Arme der Datenkrake auch Daten von Surfern ab, die gar nicht bei Facebook gemeldet sind. Mit HRS, dem Tickethändler Eventim, Beiersdorf und Kik zeichnet sich eine Lösung ab.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs, dass Bearbeitungsentgelte der Banken für Darlehen unzulässig sind, löste bei den Verbraucherzentralen in Nordrein-Westfalen eine gewaltige Nachfragewelle aus. Mehr als 700 000 Mal wurde der Musterbrief der Verbraucherschützer zur Rückforderung aus dem Netz geladen. Ratsuchende wollten wissen, für welche Darlehensverträge Erstattungen möglich sind.

Eine bekannte Art des Internetbetruges ist das Phishing. Bei dieser Betrugsmethode wird eine gefälschte E-Mail an die potentiellen Betrugsopfer geschickt mit dem Inhalt, die Hausbank dieser Person hätte ein Computerproblem, verbunden mit der Bitte, die vertraulichen Daten (PIN, TAN etc.) an die Bank zu übermitteln. Dabei werden die E-Mail und die Internetpräsenz der Bank völlig authentisch nachgebildet.

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