Gegenwind für die Metropole Ruhr

Essen/Arnsberg.  Parteien im Ruhrgebiet und der Regionalverband Ruhr (RVR) träumen von einem selbstständigeren Revier mit einem von den Bürgern direkt gewählten Parlament. Wenn es zum Beispiel um den regionalen Verkehr, um Wirtschaftsförderung, Energieversorgung oder die Entwicklung von Wohnquartieren geht, sollten die Fäden künftig bei einem gestärkten Regionalverband Ruhr zusammenlaufen.

Anne Lütkes (Grüne), Regierungspräsidentin in Düsseldorf, warnt das Ruhrgebiet vor zu viel Experimentierfreude. „Es bringt nichts, einfach nur eine neue, regionale Verwaltung mit völlig neuen Kompetenzen einzuführen.“ Lütkes stellt klar, dass sie nichts gegen die Zusammenarbeit von Städten habe. Es gebe viele gute Beispiele dafür. Ähnlich sieht es Reinhard Klenke, Regierungspräsident in Münster: „Unsere Ruhrgebiets-Kommunen Gelsenkirchen, Bottrop und Recklinghausen sind im Regierungsbezirk Münster gut aufgehoben. Hier haben sie Gewicht und eine starke Stimme. Wenn diese Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Münsterland abgeschnitten würde, dann würden beide verlieren.“

Arnsberg verfolgt die Debatte „aufmerksam und sehr gelassen“. „Die Verwaltungsstruktur im Land hat sich aus unserer Sicht bewährt“, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Die Sauerländer verzichten auf Attacken gegen den RVR. Das mag auch daran liegen, dass RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel bis 2011 Regierungsvizepräsidentin in Arnsberg war.

 
 

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