Ein Aufschrei der wahren Fußball-Fans

Gewalttätigkeiten im Umfeld von Fußballspielen? Für wahre Fans ein Geht-gar-nicht. Entsprechend erbost reagieren friedliche Anhänger des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 auf Berichte, nach denen sogenannte Ultras am Samstag in Gelsenkirchen – im Anschluss an das Hallenturnier in Meschede – Bundespolizisten geschlagen, getreten und mit Flaschen, Mülltonnen, Steinen und Fahrrädern beworfen haben sollen.

Gelsenkirchen/Meschede.. Gewalttätigkeiten im Umfeld von Fußballspielen? Für wahre Fans ein Geht-gar-nicht. Entsprechend erbost reagieren friedliche Anhänger des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 auf Berichte, nach denen sogenannte Ultras am Samstag in Gelsenkirchen – im Anschluss an das Hallenturnier in Meschede – Bundespolizisten geschlagen, getreten und mit Flaschen, Mülltonnen, Steinen und Fahrrädern beworfen haben sollen. Stellvertretend der Vorsitzende des größten Schalke-Fanclubs, „Königsblau Brilon“: „Sollten die Vorwürfe stimmen, distanzieren wir uns aufs Schärfste von solchen Ausschreitungen“, sagt Präsident Georg Vonnahme.

Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen-Schalke will sich erst zu den Geschehnissen in Meschede, Dortmund und Gelsenkirchen äußern, wenn man sich ein Gesamtbild verschafft habe. „Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Sprecher Thomas Spiegel und wechselt ins Grundsätzliche: „Wir werden Gewalttätigkeiten rund um den Fußball niemals rechtfertigen.“ Um es sozusagen schwarz auf weiß zu benennen, zitiert er Punkt 8 des Vereins-Leitbildes: „Von uns Schalkern geht keine Diskriminierung und Gewalt aus.“

Seit Jahren in Meschede zu Gast

Seit einigen Jahren besuchen Ultras des Fußball-Bundesligisten das Veltins-Hallen-Masters des SSV Meschede. Um die zweite Mannschaft der Königsblauen stimmgewaltig zu unterstützen. „Das haben sie in den vergangenen Jahren vorbildlich gemacht“, so Spiegel. Auch bei der 18. Auflage des Hallenturniers in Meschede lief alles weitgehend reibungslos. Die Aus­einandersetzun-gen begannen nach Angaben der Bundespolizei beim Umsteigen der 150 Ultras in Dortmund. Angesichts der Fan-Rivalitäten zwischen der dortigen Borussia und dem FC Schalke ist der Hauptbahnhof immer ein neuralgischer Punkt. Erst mit Hilfe von Diensthunden, so die Beamten, habe man verhindern können, dass sich Schalke-Fans in die Innenstadt absetzen. Nachdem am Gelsenkirchener Hauptbahnhof die Personalien eines im Zug auffällig gewordenen Fans festgestellt werden sollten, eskalierte das Geschehen.

Berichte über randalierende Ultras in Gelsenkirchen schaden dem Ruf des Traditionsvereins und seiner friedlichen Fans, findet Georg Vonnahme von „Königsblau Brilon“. Und sie lassen Fragen nach der persönlichen Sicherheit aufkommen. „So weit ist es schon gekommen, dass sich Eltern überlegen müssen, ob man eine solche Veranstaltung noch besuchen kann“, sagt der Fanclub-Präsident. Am Samstagabend sollen in Gelsenkirchen Flaschen und Steine geworfen worden sein. Was ist, wenn in dem begrenzten Raum einer Sporthalle plötzlich Wurfgeschosse umherfliegen?

Solidarität aller Friedfertigen

Stimmung machen ja, randalieren nein! So lautet Georg Vonnahmes einfache Formel: „Wir dürfen Gewalt und das gefährliche Zünden von Pyrotechnik nicht mehr hinnehmen“, appelliert er an die Solidarität aller friedfertigen Fans. Er will aber nicht verschweigen, dass die Schalke Ultras in der Nordkurve der Veltins-Arena in den vergangenen Monaten nicht durch aggressive Handlungen aufgefallen sind.

Ulrich Biene, Sprecher des Schalker Großsponsors Veltins, beobachtet seit zwei, drei Jahren den bundesweiten Trend, dass gewaltbereite Fans ihre Aktivitäten auf Nebenkriegsschauplätze verlagern. Raus aus den Bundesliga-Stadien in kleinere Sportstätten bzw. in rangniedrigere Ligen. „Sie tragen die Probleme in die Region“, sagt Biene.

Das Unternehmen aus Meschede-Grevenstein, Namensgeber der Schalker Arena und des Mescheder Hallen-Masters, lehnt Gewalt rund um Fußballspiele rigoros ab. „So denkt im übrigen auch die breite Masse der Fans“, weiß Biene. Mit den Verantwortlichen des Gelsenkirchener Bundesligisten stehe man beim Thema „Fans“ im dauerhaften Kontakt. „Als Verein muss man auf die Fans zugehen und sich intensiv mit den unterschiedlichen Fangruppen auseinandersetzen.“

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