„Drücker mit dubiosen Methoden“ im Auftrag der Johanniter unterwegs

Eberhard Demtröder
Über Drückermethoden der JUH bei der Mitgliederwerbung beklagt sich ein Leser. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Über Drückermethoden der JUH bei der Mitgliederwerbung beklagt sich ein Leser. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Peter T. (Name geändert) aus Gevelndorf ist empört: Im Stil einer Drücker-Kolonne seien kürzlich Werber im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in seinem Stadtteil unterwegs gewesen, berichtet er. „Mit dubiosen Methoden“, findet T. – und das ausgerechnet für eine Organisation, die sich christliche Werte auf die Fahnen geschrieben habe.

Lüdenscheid. In den typischen roten Jacken der Johanniter-Unfallhelfer hätten die Werber vor der Haustür gestanden, berichtet Peter T. – um gezielt Fördermitglieder für die JUH zu gewinnen. Das sei schon etwas irritierend.

JUH bietet Kontakt für Beschwerden

Dass die Werber in den vergangenen Wochen in der Bergstadt von Haus zu Haus gegangen seien, kann die Lüdenscheider JUH-Sprecherin Jutta Beißner bestätigen. Allerdings habe es deshalb „keinerlei Beschwerden“ gegeben. Bürger wie Peter T. fordert sie auf, sich mit Kritik am Auftreten der Werber umgehend an die Regional-Geschäftsstelle der Johanniter in Lüdenscheid zu wenden, 02351/87 07-0. „Wir haken dann sofort bei dem betreffenden Außendienst-Mitarbeiter nach“, versichert Beißner. „Sicher gibt es unter den Werbern auch mal schwarze Schafe.“

Werber gehören zu einer Gesellschaft

Generell, so Beißner weiter, seien die Außendienstler jedoch geschult – und würden spätestens bei einer ergänzenden Schulung in Lüdenscheid mit den Besonderheiten im Gebiet des JUH-Regionalverbandes Südwestfalen vertraut gemacht. Alle Werber gehören laut Beißner zu einer Gesellschaft, welche die JUH eigens für Zwecke der Mitglieder-Werbung gegründet hat. Sie werden von Dortmund aus durch ganz NRW geschickt.

Neue Mitglieder und ihre Beiträge seien bitter nötig, betont die JUH-Sprecherin, um „nicht geförderte Dienste“ der Johanniter zu finanzieren. Dazu gehöre die eigene Jugendarbeit ebenso wie auch „Die Muschel“, eine Angebot zur Trauer-Begleitung für junge Menschen, die Eltern oder Freunde verloren haben.