Dirk Schrade träumt von der Olympia-Qualifikation

Will zu Olympia: Dirk Schrade auf seinem Pferd King Artus. Foto: dapd
Will zu Olympia: Dirk Schrade auf seinem Pferd King Artus. Foto: dapd
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Der CHIO in Aachen ist immer ein besonderes Turnier, aber für Dirk Schradegeht es diesmal um mehr. Der Vielseitigkeitsreiter will die Fahrkarte nach London

Sprockhövel..  Er ist kein Lautsprecher, keiner, der sich hinstellt und herausposaunt: Also die Olympischen Spiele? Natürlich muss ich in London in der deutschen Mannschaft starten. Wer sonst?

Dirk Schrade spricht zurückhaltender - und trotzdem zielgerichtet. „Meine Pferde“, sagt der 35-Jährige aus Sprockhövel, „sind in einer guten Verfassung und haben sich in dieser Saison toll in Szene gesetzt. Wir können zwar nicht mit Siegen prunken, aber mit kalkulierbar guten Leistungen.“ Schrade mit Hop and Skip oder Schrade mit King Artus - selten ganz oben auf dem Treppchen, aber immer auf Tuchfühlung zur Spitze. Ein Punktegarant für jede Mannschaft.

Und deshalb bricht der Vielseitigkeitsreiter am späten Mittwochabend oder am frühen Donnerstagmorgen weniger gelassen als sonst zum CHIO nach Aachen auf. Beim Weltfest des Pferdesports in der Soers geht es bis Sonntag nicht nur für die von der Öffentlichkeit weit mehr beachteten Spring- und Dressurreiter um die letzten Tickets zum Großereignis im Zeichen der fünf Ringe, sondern auch für die so genannten Buschreiter. Für die, die ihr Können in der Dressur, im Springen und im Gelände unter Beweis stellen müssen.

Konkurrenten mit Verletzungspech

Der Start in London - für Dirk Schrade wäre er eine Premiere. Bei Welt- und Europameisterschaften ritt er bereits mehrfach, aber für Olympia reichte es bislang nicht. „Vor vier Jahren habe ich auch um die Qualifikation gekämpft“, sagt Schrade, „aber letztendlich hat es nicht geklappt, weil sich mein Pferd verletzte.“ Ein Schicksal, welches ihn in diesem Jahr zum Glück verschonte. Ihn, einige Kollegen allerdings nicht.

Bereits im März hatte Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike die Qualifikation abgesagt, weil sein Gold-Pferd Marius nach langer Verletzungspause nicht wieder in Form kam. Zudem fiel Fantasia von Mannschafts-Olympiasieger Andreas Dibowski aus. Und auch Bettina Hoy erlebt London nur aus der Sicht einer Zuschauerin, weil Lanfranco verletzt ist.

Anspruchvollste Strecke der Welt

Deren Pech, Schrades Glück. Trotzdem: Ein Selbstläufer wird die Qualifikation nicht. Sieben Paare rechnen sich Chancen auf noch drei freie Plätze aus, da Welt- und Europameister Michael Jung mit Sam sowie die EM-Zweite Sandra Auffarth mit Opgun Louvo bereits gesetzt sind.

„Ich muss also nur vier hinter mir lassen“, sagt Schrade und lacht. Er weiß, dass er sich anstrengen muss, um das große Ziel zu erreichen. „Die Geländestrecke in Aachen ist eine der anspruchsvollsten der Welt“, sagt er. Obwohl ihm keine auffälligen Schwächen in einer der Teildisziplinen bei seinen Pferden einfallen, verzichtet Schrade auf große Reden. Er sagt nur: „Ich muss den Bundestrainer überzeugen, so überzeugen, dass er uns am Ende nominiert.“ Und wenn nicht? „Dann gibt es auch andere interessante Turniere.“

 
 

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