Führung der Roosters hält nur zwei Minuten

Mit 1:2 verlieren die Iserlohn Roosters gegen Adler Mannheim.
Mit 1:2 verlieren die Iserlohn Roosters gegen Adler Mannheim.
Foto: Steffi Albedyhl
  • Abwehrkampf gegen Adler Mannheim
  • Mehr Chancen für die Gäste
  • Knappe 1:2-Niederlage

Iserlohn.. Blaine Down schaute entsetzt in Richtung des Schiedsrichters. Einmal, zweimal, als hoffte die Nummer 79 der Iserlohn Roosters, der Referee würde seine Entscheidung jeden Moment korrigieren. Natürlich tat er dies nicht. Und als Down auf der Strafbank ankam, drosch er mit seinem Schläger wütend auf den Boden. Zwei Minuten wegen Beinstellens – diese Strafe musste er absitzen. Der Stürmer der Roosters wusste: Diese zwei Minuten würden aller Voraussicht nach die Weichen für den Ausgang des Heimspiels in der Deutschen Eishockey Liga gegen die Adler Mannheim stellen.

Wenige Momente später öffnete Down die Tür der Strafbox wieder und lief niedergeschlagen zur Bank der Sauerländer. Nebenan feierten die Gäste. So leise war es in der sonst so mit Lärm erfüllten Eishalle am Seilersee, dass jeder einzelne Jubelschrei der Mannheimer deutlich zu hören war. Garrett Festerling hatte die Überzahl in der 50. Minute schnell genutzt, um den Treffer zur 2:1-Führung der Adler zu erzielen, dem späteren Endstand. Denn in den verbleibenden zehn Minuten schafften es die Roosters nicht mehr, ihre nun vierte Niederlage in Folge nach der Deutschland-Cup-Pause abzuwenden.

Warum nicht nur Down ahnte, dass die Zeitstrafe gegen ihn eine Vorentscheidung begünstigen würde? Weil sich die Roosters bis zu diesem Zeitpunkt eine, martialisch ausgedrückt, Abwehrschlacht mit den spielbestimmenden Gästen geliefert hatten. Jason Jaspers hatte die Sauerländer zwar in der dritten Minute durch ein frühes Tor mit 1:0 in Führung geschossen, aber Luke Adam lediglich zwei Minuten und 20 Sekunden später den Ausgleich zum 1:1 erzielt.

Mit zunehmender Spielzeit übernahmen die Gäste die Hoheit auf dem Eis und erspielten sich mehr Chancen. Allerdings scheiterten sie am Pfosten, an der Latte oder immer wieder am stark haltenden Iserlohner Torwart Chet Pickard. „Irgendetwas musst du mit 13 Millionen besser machen können“, kommentierte Roosters-Trainer Jari Pasanen die Überlegenheit locker, „das haben wir heute auf dem Eis gesehen.“

Wendung möglich

Trotzdem hätte ein besonders erfahrener Akteur der Gastgeber der Partie in der 25. Minute eine andere Wendung geben können: Boris Blank. Nach einem Foul an ihm entschieden die Schiedsrichter auf Penalty für die Roosters. Blank lief an, schaute, führte die Scheibe am Schläger, schaute wieder, versuchte Adler-Torwart Dennis Endras zu umdribbeln – und scheiterte.

„Ich war mir sicher, dass Boris den reinmacht“, sagte Pasanen, „er ist einer unserer sichersten Penaltyschützen.“ Doch dieses Mal habe der Trick, der jeden Penalty der Nummer 42 eigentlich unhaltbar mache, nicht funktioniert. Ebenso wie Blaine Down einen Alleingang auf Dennis Endras nicht zum Torerfolg nutzte. „Auch Blaine lässt sich solche Chancen sonst nicht entgehen“, sagte Pasanen.

Damit war er bei der wunden Stelle des derzeitigen Roosters-Spiels: Während die Defensive – auch in diesem intensiven Duell – relativ sicher steht, nutzen die Sauerländer ihre Torchancen zu wenig. „Wir haben in der Offensive zuletzt viele Dinge geändert, irgendwann wird das gut funktionieren“, sagte Pasanen, „nur derzeit noch nicht.“

Kämpferische Leistung

Er attestierte seiner Mannschaft die beste kämpferische Leistung der vergangenen vier Spiele, „zumal einige Spieler im Vorfeld krank waren und sich absolut verausgabt haben“. Die vier Niederlagen in Folge sorgten den Trainer nicht. „Wir müssen Geduld haben“, sagte er. Er habe vielmehr eine andere Sorge vor dem nächsten Heimspiel am Dienstagabend gegen die Schwenninger Wild Wings: „Ich hoffe nicht, dass vier Spieler ausfallen, weil sie jetzt richtig krank werden.“

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