„Den Verbrennungsmotor nicht abschreiben“

Ein Bild, das wohl in Zukunft häufiger zu sehen sein wird: ein Auto an einer Stromtankstelle.
Ein Bild, das wohl in Zukunft häufiger zu sehen sein wird: ein Auto an einer Stromtankstelle.
Foto: Jens Wolf
  • Automobil-Gipfel in Düsseldorf
  • Wirtschaftsminister kritisiert die Industrie
  • Unternehmer Kirchhoff warnt vor zu schnellem Umstieg

Düsseldorf/Olpe..  NRW-Arbeitgeberpräsident Arndt Kirchhoff hat Automobilbranche und Politik davor gewarnt, den Verbrennungsmotor voreilig abzuschreiben oder ihn sogar zu verbieten. „Das wäre der falsche Weg“, sagte Kirchhoff, der auch Chef eines der größten nordrhein-westfälischen Automobilzulieferer ist, gestern bei einer Fachkonferenz der IG Metall. „Wir können den Verbrennungsmotor auch CO2-frei fahren“, sagte der Unternehmer. Synthetische Treibstoffe seien in der Entwicklung bereits sehr weit.

Der komplette Kfz-Sektor müsse sich schnell auf neue Technologien einstellen, betonte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. „Die E-Mobilität wird die gesamte Branche aufwirbeln, gerade für die Zulieferer wird dies eine enorme Herausforderung“, prognostizierte der SPD-Politiker.

Südwestfalen ist davon besonders betroffen: Dort arbeiten 52 000 Beschäftigte in mehr als 500 Betrieben im Automotive-Bereich. Bundesweit ist jeder sechste Arbeitsplatz von der Automobilproduktion in Deutschland abhängig, sagte Kirchhoff.

Duin warf der Industrie vor, sich nicht intensiv genug um das Thema gekümmert zu haben. Die Energiebranche mit den Riesen Eon und RWE habe die Energiewende auch zu lange ignoriert und geglaubt, alles ginge immer weiter wie bisher. „Das ist heute die schwierigste Branche, mit der ich es zu tun habe“, sagte er.

Das Thema E-Mobilität sei bei den Unternehmen in der Region angekommen, erklärte hingegen das Automotive-Netzwerk Südwestfalen, hinter dem die drei Industrie- und Handelskammern Hagen, Siegen und Arnsberg stehen. „Die Mehrzahl der Firmen sieht die Herausforderung als Chance“, verwies Thomas Frye, Netzwerk-Beauftragter der IHK Arnsberg, auf eine Umfrage unter den Unternehmen – und das, obwohl die meisten Zulieferer aus der Metallbranche kommen, für Motoren und Getriebe zuliefern und sich damit auf neue Produkte umstellen müssen.

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