Das schlaue Wasser-Ventil

Die Geschäftsführer Simon Planken und Marc Meyer präsentieren am 19. Mai 2015 in Iserlohn einen Prototyp des Kott-Smart, für den ihre Firma Kottmann von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet wurde.
Die Geschäftsführer Simon Planken und Marc Meyer präsentieren am 19. Mai 2015 in Iserlohn einen Prototyp des Kott-Smart, für den ihre Firma Kottmann von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgezeichnet wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Firma Kottmann aus Iserlohn wird im Wettbewerb „Deutschland - Land der Ideen“ für ihre intelligente Sanitärtechnik ausgezeichnet.

Iserlohn.. Wasserschäden können teuer werden. Und kompliziert: Zahlt die Hausrats-, die Gebäude- oder die Haftpflichtversicherung? Kommt darauf an. Und wer für mehr als 24 Stunden außer Haus ist, ohne das Wasser komplett abgestellt zu haben, haftet in jedem Fall für einen Teilschaden.

Doch wer stellt schon das Wasser ab? Demnächst vielleicht das Smart-Home Eckventil von Kottmann aus Iserlohn. Dafür wird das Unternehmen am 25. Juni als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ prämiert. Zum Jahresmotto „Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt“ werden kreative Köpfe ausgezeichnet, die, so die Ausschreibung, „den Potenzialen einer digital vernetzten Welt mit Mut und Neugier begegnen und wegweisende Impulse setzen“.

Kottmann ist kein Start-up-Frischling. Die Geschäftsführer Simon Planken (33) und Marc Meyer (35) sind zwar jung und technikaffin, doch das Unternehmen besteht seit 1958, beschäftigt 160 Mitarbeiter, davon 100 in Iserlohn, und produziert Schläuche. Für den Sanitärbereich, für Waschmaschinen und Gebäudetechnik, für namhafte Hersteller wie Bosch, Siemens oder den Fast-Nachbarn Grohe. Unter eigenem Namen ist man auch in Baumärkten vertreten.

Doch seit 2012 bieten die Iserlohner mehr: Schlauchsysteme, Anschlusstechnik, Wassersicherheit, Lösungen für diverse Spezialanforderungen. „Wir legen jedes Jahr zwei Innovationen vor“, sagt Simon Planken. Und jetzt haben sich die Ingenieure und Qualitätsbeauftragten mit dem Thema Leckage-Schutz befasst, also der Absicherung gegen Überflutung, und dazu eine schlaue Box entwickelt. Die wird aufs Eckventil geschraubt, oben kommt der Schlauch dran, dann kann gemessen und gesteuert werden. Per Smartphone.

Die Badewasser-Temperatur

Um beim Eingangsbeispiel zu bleiben: Wenn alle Handys aus der Tür sind, wird abgestellt. Wenn der Schlauch der Waschmaschine abreißt: Wasser stopp! „Man kann auch eine Nachricht aufs Handy bekommen“, sagt Planken. Man kann ganz viel: „Sie können die Temperatur und die Füllmenge für die Badewanne programmieren. Wenn Ihnen die Kinder zu lange duschen, können sie nach zehn Minuten langsam die Temperatur absenken. Sie können bestimmte Bereiche alle 24 Stunden spülen, um eine Verkeimung zu verhindern.“

Zeit, Temperatur, Durchfluss - alles lässt sich nach Bedarf einstellen. Sogar ohne Stromanschluss. „Eine kleine Turbine speist einen Akku“, erklärt Marc Meyer. Es gibt Bluetooth- und WLAN-Varianten. Es gibt Möglichkeiten, die erst noch zu entdecken sind. „Seit Mitte März haben wir Prototypen und die App, bis Jahresende soll eine zeigbare Variante existieren“, sagt Planken. Die wird erheblich kleiner sein. Was sie genau kann, ergibt sich aus Gesprächen mit den Industriepartnern. Davon hängt der genaue Preis ab. Meyer spricht vom „unteren dreistelligen Bereich“.

Hohe Erwartungen

Planken hat hohe Erwartungen ans neue Produkt: „Wir sind die einzigen, die in diesem Bereich etwas anbieten.“ Und die Auszeichnung werde sicher zusätzlich für positive Aufmerksamkeit sorgen. Die Initiative entspreche der Firmenphilosophie, sagt der Geschäftsführer: „Wir setzen auf den Standort Deutschland. Wir können nur bestehen, wenn wir auf Innovationen setzen, statt um jeden Cent zu kämpfen.“

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