Das Hochsauerland surft schneller

Datenübertragung: Für Firmen kommt es auf jedes MBit an.
Datenübertragung: Für Firmen kommt es auf jedes MBit an.
Foto: WR
Glückliches Hochsauerland: Nur 70 Prozent aller Haushalte in Nordrhein-Westfalen haben einen schnellen Internet-Anschluss mit mehr als 50 Megabit pro Sekunde, während es im HSK stolze 81 Prozent sind.

Hagen. Das verblüfft zunächst: Der größte Flächenkreis steht breitbandmäßig besser da als der Landesdurchschnitt? Jammern nicht viele Unternehmer über die schlechte Versorgung? Können diese Zahlen wirklich stimmen? „Sie stammen vom TÜV, aus dem Sommer 2012 und beruhen auf freiwilligen Angaben“, sagt Prof. Reinhard Müller von der Bergischen Universität Wuppertal, Teamleiter von Breitband Consulting NRW. „Wir würden gerne die Daten direkt bei den Kommunen erheben, um eine größere Treffsicherheit zu bekommen.“ Aber völlig falsch liege der derzeitige Breitbandatlas sicher auch nicht.

HSK-Sprecher Martin Reuther findet das Ergebnis auch nicht überraschend: „Da macht sich die gute Arbeit unserer Telekommunikations-Gesellschaft TKG bezahlt.“ Die hat eben im Hochsauerland begonnen, an der Verbesserung des Netzes zu arbeiten, die Kreise Olpe, Soest, Siegen-Wittgenstein und der Märkische Kreis schlossen sich erst später an.

Das erklärt aber immer noch nicht die Beschwerden mancher Firmen aus Südwestfalen. Dafür ist dann TKG-Geschäftsführer Stefan Glusa zuständig. Grundsätzlich: „Ein Durchschnittswert sagt nichts über den Einzelfall.“ Und im Detail: „Die Versorgung ist nicht in allen Gewerbegebieten so gut. Die letzten Prozente und die letzten Kilometer kosten richtig Geld.“ Unternehmen bräuchten häufig eine andere Technik als Privathaushalte, da sie nicht nur Daten downloaden, sondern auch senden müssten. Bisweilen bestünden auch Unklarheiten über die angebotenen Produkte: „Da müssen wir uns noch kümmern. Letztlich ist es immer eine Preisfrage.“

 
 

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