Auch ohne neue Karte wird behandelt

Hagen.  Die aktuellen Zahlen sind etwas strittig. Mal ist von einem bis drei Prozent der Versicherten die Rede, die noch über keine elek­tronische Gesundheitskarte (eGK) verfügen, mal sind es sechs bis acht Prozent – was bei 70 Millionen Versicherten bis zu fünfeinhalb Millionen Personen wären, die entweder noch ihre alte Krankenkassenkarte haben oder zwar die neue Karte besitzen, diese aber ohne Foto. Die kleinere Zahl haben die Kassen verbreitet, die höhere die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV, die der neuen Karte skeptisch gegenübersteht; sie beruft sich auf eine repräsentative Umfrage. Bei der AOK Nordwest, der größten Kasse in Westfalen, heißt es, „nahezu alle Versicherten“ seien mit der eGK versorgt.

Rechnung nach zehn Tagen

Wer im nächsten Jahr an ohne gültige elektronische Gesundheitskarte beim Arzt erscheint, wird trotzdem behandelt, bekommt aber nach zehn Tagen eine Rechnung wie ein Privatpatient – es sei denn, er kann bis dahin eine gültige eGK vorweisen oder nachweisen, dass er bei einer Krankenkasse versichert ist. Bringt er diesen Nachweis erst bis zum Ende des Quartals bei, wird die Rechnung storniert, bereits bezahlte Summen muss der Arzt oder Psychotherapeut zurückzahlen. Achtung: Beim Zahnarzt gilt das nicht; hier ist nach zehn Tagen die Privatvergütung fällig.

Den Mitgliedsnachweis bekommt der Versicherte bei seiner Kasse. Er wird kostenfrei ausgestellt, muss aber für jede einzelne Behandlung aufs Neue beantragt und dem Arzt vorgelegt werden. Das Verfahren ist bewusst umständlich gehalten; den Versicherten soll so der Umstieg schmackhaft gemacht werden.

Außen vor sind die Privatversicherten. Sie benötigen nach wie vor keine Krankenkassenkarte.

 
 

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