Angriff in der Turbo-Sportart

Malte Laibacher spielt Badminton für den BC Hohenlimburg.
Malte Laibacher spielt Badminton für den BC Hohenlimburg.
Foto: WP
Badmintonspieler Malte Laibacher gehört zu den besten seiner Altersklasse. Mit dem Zweitligisten BC Hohenlimburg ist er zwar gerade aus der zweiten Bundesliga abgestiegen, sein Ziel ist und bleibt aber Liga eins. Und die Chancen stehen nicht schlecht

Hohenlimburg.. Da gibt es dieses lustige Zitat. Es stammt vom Autor vieler Badminton-Lehrbücher und beschreibt den Rückschlagsport als besonders anspruchsvoll. Ein kompletter Badmintonspieler, so also Martin Knupp, benötige neben vielen anderen Eigenschaften auch die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters, die psychische Härte eines Arktisforschers sowie die Nervenstärke eines Sprengmeisters. Nicht zu vergessen die Schlagstärke eines Schmiedes.

Bei der Lektüre dieses Zitats muss Malte Laibacher, 19-jähriger Abiturient aus Holzwickede, schmunzeln. „Es ist sicher übertrieben, aber im Kern trifft es zu. Der Sport ist besonders anspruchsvoll.“ Sprungkraft, Reaktionsfähigkeit, Armkraft, Ausdauer sowie Intuition und Raffinesse sind gefragt. Und Schnelligkeit, schließlich gilt Badminton als flotteste Ballsportart überhaupt: Über 400 Stundenkilometer Geschwindigkeit erlangen die Federbälle, wenn sie von den Besten geschmettert werden.

Als Ungesetzter bis ins Halbfinale

Einer der besten seiner Altersklasse ist Malte Laibacher. Seine Entwicklungskurve ging dabei stetig bergauf: Bei einer Sichtung der unter Elfährigen wurde sein Talent entdeckt und beim BC Herringen in Hamm gefördert. Es folgte das Vorspielen in Mülheim und die Aufnahme in den nordrhein-westfälischen Kader. Mit 15 Jahren wechselte er zum BC Hohenlimburg und avancierte bald zum Stammspieler in der Zweiten Bundesliga. Weil er bei der Deutschen Meisterschaft der U19 als Ungesetzter das Halbfinale erreicht hatte, ging er fortan mit dem Nationalteam auf Reisen, auch bei der U19-WM in Taiwan war er dabei.

Nun folgte ein weiterer Höhepunkt – ein einwöchiges Probetraining am Olympiastützpunkt der Herren in Saarbrücken. „Ich wurde vom Bundestrainer gefragt, ob ich Bock auf diese Woche hätte.“ Klar hatte er Bock und ließ sich unter anderem vom aktuellen Europameister Marc Zwiebler inspirieren. „Die Woche mit den Profis war der Hammer.“

„Malte hat das gewisse Etwas“

Auch Bundestrainer Holger Hasse war angetan, „Malte hat die gewissen Extras, zudem ist er fleißig und belastbar“. Aufgrund des Potentials und der Perspektive bot Hasse dem Einzelspezialisten einen der wenigen Kaderplätze an, um aus ihm einen noch kompletteren Spieler zu formen. Das hätte neun Trainingseinheiten pro Woche bedeutet, ein Studium wäre in den Ablauf integriert worden.

Malte Laibacher war ob der Zusage unendlich stolz – und gab Hasse nach nächtlichem Grübeln und Abwägen aller Vor- und Nachteile doch einen Korb. „Ich möchte beruflich gern was im Bereich ­Medienwissenschaften machen, aber in Saarbrücken gab es nichts Vergleichbares.“ Er betont, dass es keine Entscheidung gegen den ­Verband, sondern für seine berufliche Perspektive gewesen sei. „In Asien verdienen die Spieler Millionen, bei uns können maximal die besten Spieler in der aktiven Zeit davon leben.“

Internationale Turniere

Den Schläger hängt er deshalb nicht an den Nagel – parallel zu seinem Studium in Nordrhein-Westfalen, welches er im Wintersemester beginnen möchte, wird Laibacher bei nationalen und auch internationalen Turnieren angreifen. Eins seiner großen Ziele ist die Bundesliga – zwar ist der BC Hohenlimburg jüngst aus der Zweiten Liga abgestiegen, aber es soll wieder hoch gehen. „Und wenn ich mich in ein oder zwei Jahren doch über die Entscheidung ärgere, gehe ich vielleicht doch noch nach Saarbrücken.“ Die Tür, so habe der Bundestrainer jedenfalls betont, bleibe geöffnet.

 

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