Rund um Köln droht jahrelanger Dauerstau

Düsseldorf..  Autofahrer müssen sich rund um den Kölner Autobahnring noch auf Jahre auf Staus durch Baustellen einstellen. Bevor ab 2017 die neue Brücke der A1 über den Rhein bei Leverkusen gebaut wird, sollen etliche Bauvorhaben zur Vermeidung späterer Verkehrsbehinderungen vorgezogen werden. „Wir haben im Raum Köln-Leverkusen ein Jahrzehnt der Reparatur vor der Brust“, sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD). Die Arbeiten an der Leverkusener Brücke sollen bis 2023 abgeschlossen werden.

In den nächsten drei Jahren drohen auf dem Kölner Ring erhebliche Verkehrsstörungen, weil sieben Baumaßnahmen gleichzeitig geplant sind. Unter anderem soll die A1 zum Autobahnkreuz Köln-Nord bis Mitte 2015 sechsspurig ausgebaut werden. Im Frühjahr 2015 beginnen die Arbeiten zum achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen Köln-Mülheim und Leverkusen. Auch das Autobahnkreuz Köln-Nord soll ab Herbst 2016 bis Ende 2018 neu gebaut werden. Groschek hält es für vernünftig, die Baustellen vorzuziehen, um jahrelange, große Verkehrsbehinderungen zu vermeiden. Insgesamt werden alle Baumaßnahmen rund um Köln bis 2023 rund zwei Milliarden Euro Bundesmittel kosten. Mehr als 200 Millionen Euro Planungskosten trägt das Land.

Erste Umleitungsverkehre für den Lkw-Transit will Groschek während der Bauzeit bereits vom Kamener Kreuz an einrichten. Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) drängte darauf, die Fernverkehre aus der Innenstadt herauszuhalten. Von Ende 2016 an soll auch die Mülheimer Brücke saniert werden, die derzeit von vielen Lastwagen als Ausweichstrecke genutzt wird. Dass die momentan für Lkw gesperrte Leverkusener Brücke irgendwann wieder für den Schwerverkehr geöffnet wird, gilt als unwahrscheinlich. Roters hofft aber, dass die marode Brücke bis zum Neubau weiter dreispurig genutzt werden kann.

Durch zusätzliche Stahlträger soll die alte Leverkusener Brücke vorübergehend stabilisiert werden – Kosten: 15 Millionen Euro. Derzeit fahren täglich 120 000 Fahrzeuge über die Leverkusener Brücke. Groschek hofft, dass die Brücke bis zum Neubau 2023 hält.

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