Ruhrgebiet: Trendwende im Deutschland-Ranking – diese beiden Städte holen besonders auf

Ruhrgebiet: Eine Trendwende im Deutschland-Ranking bringt gute Nachrichten besonders für zwei Städte. (Symbolbild)
Ruhrgebiet: Eine Trendwende im Deutschland-Ranking bringt gute Nachrichten besonders für zwei Städte. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet schneidet beim Deutschland-Ranking im Städtevergleich in der Regel schlecht ab. Die einzelnen NRW-Städte schaffen es oftmals nämlich nur auf die hinteren Plätze. Doch nun gibt es gute Neuigkeiten: Zwei Städte im Ruhrgebiet holen besonders auf.

Woran liegt das?

Ruhrgebiet: Zwei Städte holen im Deutschland-Ranking besonders auf

Lebensqualität und Arbeitsmarkt: Die beiden Faktoren sind entscheidend für das Deutschland-Ranking der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“, dem Wohnungsportal Immobilienscout24 sowie dem Institut der deutschen Wirtschaft. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln untersuchte 71 Städte in Deutschland mit einer Bevölkerung von mindestens 100.000 Einwohnern auf ihre ökonomische und soziale Entwicklung.

Während das Ruhrgebiet dabei bislang wenig punkten konnte, sieht es jetzt anders aus. „Dieses Jahr sticht das Ruhrgebiet positiv heraus und zeigt Fortschritte, die vor allem auf eine dynamische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und im Bereich der Lebensqualität zurückzuführen sind“, sagt Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmoScout24.

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Tatsächlich konnte Dortmund im sogenannten Dynamikranking einen bedeutenden Schritt nach vorne machen. Die Stadt ist nämlich um zehn Plätze nach oben geklettert und liegt damit im vorderen Teil des Rankings. Im sogenannten Niveauranking liegt Dortmund nur auf Platz 57, doch die nunmehr bessere Platzierung im Dynamikranking hat die Stadt seiner guten Entwicklung des lokalen Arbeitsmarktes zu verdanken.

Die Arbeitsplatzversorgung entwickelte sich mit einer Steigerung innerhalb von fünf Jahren um 5,9 Prozentpunkte „besonders positiv“, wie es im Ranking heißt. Zudem stieg die Beschäftigungsrate von Frauen an. Die Abreitslosenquote der unter 25-Jährigen ging zwischen 2014 und 2019 um 3,3 Prozentpunkte zurück, die Arbeitslosenquote der über 55-Jährigen sogar um 3,7 Prozentpunkte. „Programme der Stadt und Wirtschaftsförderung wirken sich scheinbar positiv aus“, heißt es dazu.

Der Pendlersaldo erlebte ebenfalls einen Anstieg auf Rang 5. Der Pendlersaldo einer Region gibt dabei an, ob mehr Menschen von ihrem Wohnort zum Arbeiten in die Region kommen oder mehr in der Region Wohnende sie regelmäßig verlassen. Dortmund wird als Arbeitsort attraktiver und erreicht damit insgesamt einen siebten Platz im Teilbereich „Arbeitsmarkt” des Dynamikrankings. Zweite Stütze der Dortmunder Dynamik ist der Bereich „Lebensqualität” (Platz 10). Mit Rang drei erreicht die Großstadt ihre beste Platzierung bei der Reduktion von Straftaten. Zwischen 2014 und 2019 gab es einen Rückgang um fast 31 Prozent.

Ebenfalls punktet die Stadt bei dem Ausbau der Aufklärungsquote (Rang 5), die sich um knapp acht Prozentpunkte verbesserte. Weiter entwickelte sich die Kita-Quote der unter Dreijährigen in Dortmund positiv und liegt damit auf Rang 14. „Eine gut ausgebaute Kitalandschaft ist eine wichtige Voraussetzung für den Zuzug junger Familien“, so die Untersuchung. Und die Anzahl der Forschungsinstitute sei mit 30,6 pro eine Million Einwohner „überdurchschnittlich“.

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Bochum liegt in diesem Indikator innerhalb des Nachhaltigkeitsranking mit 19,1 zwar „noch unterdurchschnittlich“, doch die Stadt hat ebenso wie Dortmund Spitzenforschung im Bereich Digitalisierung und IT ansiedeln könnten. Die Universität Bochum etwa hat neben dem Horst-Görtz-Institut im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ein Exzellenzcluster im Bereich Cyber-Sicherheit eingeworben. Außerdem gibt es gemeinsame Forschungsarbeiten mit der TU Dortmund in der Lebensmittelforschung. Die Beschäftigung in wissensintensiven Dienstleistungen entwickelte sich mit Rand 11 „sehr dynamisch“. „Hoffnungsvolle Ansätze zu einer Trendwende“ zeigen außerdem folgende Städte:

  • Essen
  • Oberhausen
  • Herne
  • Duisburg

Ruhrgebiet mit niedrigen Immobilienpreisen

Innerhalb des Ruhrgebiets sind die Immobilienpreise in Dortmund am höchsten. Die Angebotspreise für Mietwohnungen lagen im zweiten Quartal 2020 bei durchschnittlich 7,56 Euro pro Quadratmeter. Damit siegen sie zwischen 2014 und 2019 um 22,3 Prozent an. Genauso sieht es in Essen aus.

Mit einem Quadratmeterpreis von 7,52 Euro und einem Anstieg um 19,4 Prozent waren die Immobilienpreise in Bochum minimal geringer. Noch günstiger wohnt es sich in Oberhausen. Dort lagen die Angebotspreise im zweiten Quartal 2020 für Mietwohnungen bei 6,79 Euro pro Quadratmeter; ein Anstieg um durchschnittlich 17 Prozent. In Duisburg und Herne kostet der Quadratmeter sogar bloß 6,55 Euro und 6,30 Euro. Hier lag der Anstieg innerhalb von fünf Jahren bei 16,3 und 16,2 Prozent.

Auch die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bewegen sich auf niedrigem Niveau. In Essen lagen die durchschnittlichen Angebotspreise im zweiten Quartal von 2020 bei 2.073 Euro pro Quadratmeter, in Bochum bei 1.993 Euro pro Quadratmeter und in Dortmund bei 1.992 Euro pro Quadratmeter. Von 2015 bis 2020 nahmen dabei die Kaufpreise in Dortmund um 48,7 Prozent und in Bochum um 42,9 Prozent zu. Noch günstiger ist es in Herne. Hier lag der Quadratmeterpreis bei 1.586 Euro. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Preise um 35,4 Prozent.

Weitz zieht deshalb das Fazit: „Das Ruhrgebiet bietet gute regionale Voraussetzungen für neues Wachstum. Der Immobilienmarkt ist durch günstige Miet- und Kaufpreise attraktiv und zieht damit Fachkräfte an. Auch die Gründerkultur ist ausgeprägt, die von Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie einer kritischen Masse an Unternehmen als Potenzialkunden profitiert.“ (nk)

<<< Welche Ruhrpott-Stadt in dem Städte-Ranking auf dem letzten Platz liegt, kannst du hier nachlesen. >>>

 
 

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