Ruhrgebiet: Fitness-Trainer lehnt 3G-Regel ab – und geht SO dagegen vor

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

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Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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DAS ist mal konsequent!

Corona hält das Ruhrgebiet noch immer im Würgegriff, die Inzidenz steigt vielerorts wieder an. Und auch die 3G-Regel sorgt hier für mächtig Diskussionen. Sie besagt, dass man entweder geimpft, genesen oder getestet sein muss, wenn man Veranstaltungen in Innenräumen besuchen will. Im Ruhrgebiet gilt das auch für Fitness-Studios.

Ein Fitness-Trainer aus Sprockhövel (Ruhrgebiet) hat deshalb die Faxen dicke, lehnt die 3G-Regel für seine Kunden ab – und geht SO dagegen vor!

Ruhrgebiet: Fitness-Trainer lehnt 3G-Regel ab – und trifft diesen Entschluss

Thorge Kiwitt (37) arbeitet seit über zehn Jahren als Fitness-Coach, war auch im Leistungssport aktiv. Er kennt seine Kunden genau, weiß, was ihnen Sport bedeutet und wie belastend die sich ständig ändernden Corona-Regeln für viele sind.

Deshalb hat er für sich einen Entschluss gefasst: Sein Training bietet er weiterhin wie geplant an. Für alle, für jeden – und zwar überwiegend im Freien! Damit 3G nicht zur Pflicht wird.

Fitness-Coach aus dem Ruhrgebiet erklärt seine Philosophie

Bewegung und Sport seien elementar fürs Leben, man dürfe das seitens der Politik nicht so massiv beschränken. Kiwitt zu DER WESTEN: „Im Sport sind alle gleich, es entstehen Gemeinsamkeiten. Man wird fitter, lebt gesünder und stärkt sein natürliches Immunsystem. Dazu kommt der psychologische Aspekt, das Selbstbewusstsein wird stärker und man hat einfach Spaß an der Bewegung. Deshalb gehe ich mit meinen Kunden so oft es geht nach draußen, biete ihnen Outdoor-Training an.“ Sport helfe, Belastungen abzuwerfen, den Kopf frei zu bekommen und so das Leben leichter zu gestalten.

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Das bedeutet die 3G- und 2G-Regel:

  • seit dem 23. August 2021 gilt die 3G-Regel – geimpft, genesen oder getestet
  • wer nicht vollständig geimpft ist oder als genesen gilt, muss entweder einen Antigen-Schnelltest (maximal 24 Stunden alt) oder einen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) vorlegen
  • Ungeimpfte müssen z.B. für Veranstaltungen in Innenräumen einen negativen Coronatest vorlegen
  • von der Regel ausgenommen sind Schüler und Kinder bis zum 6. Lebensjahr
  • die Länder können die 3G-Regel aussetzen, wenn die Inzidenz in enem Landkreis unter 35 liegt
  • die 2G-Regel (geimpft oder genesen) ist eine Verschärfung der 3G-Regel. Hier haben Ungeimpfte selbst mit negativem Corona-Test keine Chance auf Zugang

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Ruhrgebiet: Fitness-Trainer will alle gleich behandeln – egal, ob geimpft oder nicht

Ihm sei es relativ früh klar geworden, dass er die 3G-Regel bei seinen Kunden nur unter fairen Bedingungen anwenden würde. Kiwitt zu DER WESTEN: „Ich möchte alle Menschen gleich behandeln und keinen ausschließen. Jedem, der mit mir Sport machen will, möchte ich ein Angebot machen, sich auch sportlich zu betätigen.“ Unabhängig davon, ob jemand geimpft, ungeimpft, genesen oder getestet ist. Kiwitt weiter: „Wir betreiben kein klassisches Fitness-Studio. Meine Kunden buchen bei mir ein Zirkeltraining-Paket mit zwölf Einheiten. Mittendrin hatten sich dann die Regeln geändert. Das ist doch völlig unfair den Leuten gegenüber.“

Wie nehmen seine Kunden seine 3G-Ablehnung auf? Kiwitt ehrlich: „Der allergrößte Teil hat meine Entscheidung akzeptiert. Einige wenige aber sind ausgestiegen und haben den Kurs abgebrochen. Aber nicht nur wegen 3G, sondern auch einfach, weil sie nicht draußen Sport machen wollten.“

Dabei sei Sport im Freien perfekt, um das Immunsystem zu stärken. Kiwitt: „Wenn man sich richtig anzieht, kann man das ganze Jahr über draußen trainieren. Bei Wind, Wetter und Schnee. Wichtig ist, immer in Bewegung zu bleiben und die Einheiten zu dosieren.“

Er werde aber in Absprache mit seinen Kunden und genügend Alternativen auch wieder Indoor-Training anbieten – mit dem Unterschied aber, dass es neue Kurse sind und die 3G-Regeln dann vor der Buchung bekannt sind. Das sei in den aktuellen Kursen nicht möglich gewesen.

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Ruhrgebiet: Politik habe „Angstmacherei“ betrieben statt Optimismus zu verbreiten

Er sei generell enttäuscht von der Politik, viel zu lange sei bloß „Angstmacherei“ betrieben worden statt nach vorne zu gucken und den Menschen auch während der ersten Wellen der Corona-Pandemie Mut zu machen. Der 37-Jährige: „Man muss sich mal vorstellen, es war sogar verboten, im Freien Sport zu machen. Wie kann man eine solche Leidenschaft den Menschen, aber auch Kindern einfach so nehmen?“

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Gedanken darüber, dass womöglich sogar die 2G- statt 3G-Regel zum Standard werden wird, macht sich Kiwitt noch nicht. Der Ruhrpottler: „Wir versuchen, immer ortsunabhängiger zu arbeiten. Auch ganz neue Dinge wie Virtual Reality probieren wir aus. Ich blicke optimistisch nach vorne, das ist schließlich das, was Sport aus einem herauskitzelt.“