Rocker-Streit in Köln: Anwälte reagieren ungewöhnlich – Richter greift durch

Köln: Vor dem Landgericht kam es am Dienstag zu ungewöhnlichen Szenen. (Symbolbild)
Köln: Vor dem Landgericht kam es am Dienstag zu ungewöhnlichen Szenen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Panthermedia; imago images / Olaf Wagner (Montage: DER WESTEN)

Köln. Die Sicherheitsmaßnahmen im Saal 201 des Landgerichts Köln hatten am Dienstag weniger mit der kriminellen Gefahr zu tun, als viel mehr mit dem hochansteckenden Coronavirus.

Vor Gericht sollte am Dienstag der Fall einer tödlichen Rocker-Schießerei verhandelt werden, die sich im November 2015 in Köln-Nippes zugetragen hatte. Ein Mann kam dabei ums Leben. Doch wie der Kölner „Express“ berichtet, erschweren die Corona-Vorkehrungen den seit Herbst laufenden Prozess gegen drei mutmaßliche „Hells Angels“-Mitglieder.

Köln: Landgericht hat Schwierigkeiten wegen Coronavirus

Bereitgelegte Atemmasken, Verteidiger und Staatsanwälte tragen Mundschutz oder Gummihandschuhe und ein Wachmann sorgt dafür, dass die maximal 20 zugelassenen Besucher den Mindestabstand zueinander einhalten – der Gerichtssaal 201 gibt am Dienstag ein wahrlich ungewöhnliches Bild ab. Und das Verfahren selbst läuft nicht minder bemerkenswert ab.

Kurz nachdem Richter Jörg Michael Bern die Verhandlung eröffnet hat, beendet er sie direkt schon wieder. „Erklärungen lasse ich aufgrund des Infektionsschutzes nicht zu“, verkündet er. Keine Aussagen, keine Verhandlung – der nächste Prozesstag wurde zunächst auf den 14. April gelegt.

Coronavirus verhinderte bereits Zeugenaussagen

Bereits zuvor hatte das Coronavirus für Schwierigkeiten in diesem Fall gesorgt. Das Landgericht Köln wollte den Zeugen Ibrahim K. (30) verhören, der in der Türkei eine 43-jährige Haftstrafe absitzt. Doch die Kommunikation mit den türkischen Behörden, um beispielsweise eine Aussage via Videoübertragung zu organisieren, sei durch die Corona-Pandemie erschwert worden, so der Kölner „Express“.

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Den drei Angeklagten wird gemeinschaftlicher Mord aus Heimtücke vorgeworfen. Den tödlichen Schuss im November 2015 soll aber keiner von ihnen abgegeben haben. Neben Ibrahim K. gilt der 32-jährige Erkan A. als dringend tatverdächtig, der sich jedoch nach der Tat erfolgreich in der Türkei absetzen konnte. (at)

 
 

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