Nach Rizin-Fund bei Terrorverdächtigem in Köln: Ermittlungen fördern beunruhigende Details zu Tage

SEK Beamte mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen steigen in einen Krankenwagen. Im Kölner Stadtteil Chorweiler stürmte die Polizei wegen des Verdachs auf Umgang mit giftigen Stoffen die Wohnung eines Tunesiers.
SEK Beamte mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen steigen in einen Krankenwagen. Im Kölner Stadtteil Chorweiler stürmte die Polizei wegen des Verdachs auf Umgang mit giftigen Stoffen die Wohnung eines Tunesiers.
Foto: David Young / dpa

Köln. Bei den erneuten Durchsuchungen in einem Kölner Hochhaus wegen eines möglicherweise geplanten Terroranschlags mit Bio-Gift haben die Ermittler kein weiteres hochgiftiges Rizin gefunden.

Es seien am Freitag in den beiden Wohnungen des tatverdächtigen Tunesiers allerdings weitere mögliche Beweismittel beschlagnahmt worden. Die Beweismittel werden in den kommenden Tagen genauer untersucht.

Wohnungsschlüssel passte auf 16 weitere Wohnungen in dem Hauskomplex

Hintergrund der erneuten Durchsuchungsaktion war, dass ein Wohnungsschlüssel des Tunesiers auch auf sechs weitere Wohnungen in dem Haus passte, die leer stehen. Theoretisch hätte der Verdächtige auch dort Rizinussamen für einen Anschlag züchten können. Es habe sich sogar ergeben, dass der Schlüssel zusätzlich noch auf zehn weitere Wohnungen in dem Hauskomplex passte.

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Auch diese Wohnungen seien am Freitag durchsucht worden - ohne Ergebnis. Es sei auch gar nicht klar, ob der Tunesier überhaupt wusste, dass sein Wohnungsschlüssel auch in andere Schlösser im Haus passte, sagte der Sprecher.

Verdächtiger soll biologische Waffen hergestellt haben

Der Verdächtige sitze in einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. Ob er ausgesagt hat, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Der verhaftete 29-Jährige soll rund 1000 Rizinus-Samen und eine elektrische Kaffeemühle im Internet bestellt, und daraus seit mehreren Wochen biologische Waffen hergestellt haben. In einer seiner beiden Wohnungen waren rizinhaltige Substanzen gefunden worden.

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen plante der Mann "sehr wahrscheinlich" einen Terroranschlag. Die Auswertungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, „allerdings ist es in der Gesamtschau der bislang vorliegenden Hinweise sehr wahrscheinlich, dass hier ein terroristischer Anschlag vereitelt werden konnte“, hatte Maaßen der "Rheinischen Post" (Freitag) gesagt. (dpa/jp)

 
 

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