Düsseldorf

Rheinbad Düsseldorf: Rechte Gruppe marschierte am Freibad auf – Experte spricht diese Warnung aus

Das Rheinbad Düsseldorf sorgt seit geraumer Zeit immer wieder für bundesweite Schlagzeilen.
Das Rheinbad Düsseldorf sorgt seit geraumer Zeit immer wieder für bundesweite Schlagzeilen.
Foto: dpa

Düsseldorf. Nachdem das Rheinbad Düsseldorf innerhalb kürzester Zeit dreimal geräumt worden ist, marschierte am Sonntag eine rechte Gruppe am Freibad auf.

Wie die Polizei Düsseldorf auf Nachfrage von DER WESTEN bestätigt, gehören einige der „Bruderschaft Deutschland“ an. Eine genaue Zahl konnte sie nicht nennen.

Laut Polizei gaben die Aufmarschierten wohl Mitarbeitern des Rheinbads gegenüber an, dort als Aufpasser fungieren zu wollen.

Rheinbad Düsseldorf: „Bruderschaft Deutschland“ zuvor bei Mahnwache am Hbf

Am Samstag hatte sich die „Bruderschaft Deutschland“ am Düsseldorfer Hauptbahnhof bereits zur Mahnwache für den acht Jahre alten Jungen, der in Frankfurt vor einen Zug gestoßen worden war, getroffen. Dabei haben sie sich wohl für Sonntag am Rheinbad verabredet.

Rund 50 Menschen erschienen schließlich am Freibad, der Zutritt wurde ihnen verwehrt. Als die Lage zu eskalieren drohte, rückte die Polizei mit zehn Streifenwagen an und kontrollierte später an der Haltestelle Düsseldorf Messe die Personalien von drei Dutzend Personen.

„Bruderschaft Deutschland“: „Rheinbad, wir kommen wieder“

Dabei stellte sich heraus, dass einige von ihnen bereits polizeibekannt seien und der „Bruderschaft Deutschland“ angehören. Auch führende Köpfe sollen dabei gewesen sein.

Bei Facebook postete ein Mitglied nach dem Aufmarsch am Rheinbad: „Wir kommen immer wieder.“ Diese Aussage müsse man ernst nehmen, erklärt Sozialwissenschaftler Fabian Virchow von der Hochschule Düsseldorf gegenüber dem „Express“.

Er warnt: „Das ist durchaus ernst zu nehmen. Beim nächsten Mal tritt die Gruppe gegebenenfalls anders auf, betritt das Bad also eventuell in kleineren Gruppen.“

Mit dem Auftritt wolle die Bruderschaft zum einen selbst für Ordnung sorgen – nach den eigenen Regeln. Zum anderen wollen sie damit das Misstrauen der Polizei ausdrücken und deren Rolle untergraben, so der Rechtsextremismusexperte weiter.

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Das ist die „Bruderschaft Deutschland“

Bei der „Bruderschaft Deutschland“ handelt es sich um eine in Düsseldorf-Garath vor etwa drei Jahren gegründete rechtsextremistische Gruppierung, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes NRW steht. 2017 war sie erstmals aufgefallen.

Unter anderem im Oktober 2018 sorgte sie dann für Aufsehen, als sie im Stadtteil Düsseldorf-Eller in Bomberjacken, schwarzen Kapuzenpullovern und Anoraks in Tarnfarben mit rund 40 Mann durch das Viertel marschierte.

Bilder davon gingen durchs Netz. Durch Patrouillen, die ein beliebtes Mittel von Rechtsextremisten geworden ist, wollen sie die Viertel einnehmen. (cs)

 
 

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