Wo ist Mario Adorfs Redehonorar geblieben?

Wo ist das ursprünglich für ihn bestimmte Honorar geblieben? Mario Adorf ist hier bei einer Benefizgala zu sehen.
Wo ist das ursprünglich für ihn bestimmte Honorar geblieben? Mario Adorf ist hier bei einer Benefizgala zu sehen.
Foto: Lars Heidrich
Die Stadtwerke zeigen sich überrascht von einer neuen Wendung in der nach ihnen benannten „Stadtwerke-Affäre“: Promi-Vermittler Sascha Hellen stellte 10 000 Euro in Rechnung für eine Veranstaltung mit Mario Adorf. Sie sollen nie bei dem Schauspieler angekommen sein, der wegen Krankheit absagen musste.

Bochum.. Neue Vorwürfe in der Bochumer Stadtwerke-Affäre: Der Medienberater Sascha Hellen soll ein Redehonorar für Mario Adorf in Rechnung gestellt haben, obwohl die Schauspiellegende kurzfristig abgesagt hatte. Adorf (82) sollte 2008 beim umstrittenen „Atrium-Talk“ als Stargast auftreten. Die hohen Redehonorare und ihre Verwendung hatten große Kritik an der Stadttochter Stadtwerke hervorgerufen, die im Wesentlichen die Veranstaltung finanzierte.

Trotz der Absage Adorfs wegen Krankheit stellte Vermittler Hellen den Stadtwerken 10 000 Euro in Rechnung, die diese 17 Tage später als Vorschuss an Hellen zahlten – samt Mehrwertsteuer. Doch das Büro von Mario Adorf bekräftigt auf WAZ-Anfrage, keinen Cent von Hellen erhalten zu haben. Peter Reinholz von der Münchener Agentur Lentz-Reinholz: „Es hat ja keine Leistung stattgefunden. Sonst wäre eine Rechnung an Hellen da.“

„Überrascht“ zeigen sich die Stadtwerke. Noch in der letzten Woche habe der Anwalt von Hellen mitgeteilt, dass die 10 000 Euro an Adorf gezahlt worden seien — angeblich als Vorschuss, der mit dem Honorar einer künftigen Veranstaltung verrechnet werden solle. Auch dieser Darstellung widerspricht das Büro des Schauspielers: „Wir hatten danach nie mehr Kontakt.“

Personelle Konsequenzen

Die Stadtwerke kündigten am Montag an, dass „dieser für uns neue Sachverhalt“ von Anwälten untersucht werde. Sascha Hellen (34) verwies auf eine „Verschwiegenheitsklausel“, die er mit den Stadtwerken „für alle Vorkommnisse rund um den Atriumtalk“ vereinbart habe.

Nach wochenlangen Aufklärungsversuchen zogen die Stadtwerke nun auch die erste personelle Konsequenz: Sprecher Thomas Schönberg muss seinen Job abgeben – allerdings wechselt er innerhalb der Stadtwerke auf die Stelle eines stellvertretenden Abteilungsleiters im technischen Netzdienst.

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