Warum der Schlüssel für die Zukunft im Revier liegt

Foto: Knut Vahlensieck
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Dortmund.. Das Ruhrgebiet ist ein Labor. An kaum einem anderen Ort in Europa konzentrieren sich so viele Unis und Forschungsinstitute. Was das denkende Ruhrgebiet kann, war am Freitag in Dortmund zu sehen. Auf der 1. internationalen Messe des Wissenschaftsforums Ruhr.

In der Arbeitsschutzausstellung DASA zeigten mehr als 40 Forschungsinstitute ihr Können. „Das ist keine politisch verordnete Veranstaltung, das kommt von uns selbst“, schwärmte Professor Dietrich Grönemeyer, einer der Vorsitzenden des Wissenschaftsforums Ruhr, in dem sich die meisten der 60 Forschungsinstitute der Region engagieren.

Mit dabei: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) und Bodo Hombach, Moderator des Initiativkreises Ruhr und Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe. Wer genau hinhörte, konnte von der Politik neue Töne hören. Während der frühere Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) stets einen Akzent auf Technik, Naturwissenschaften und Marktnähe setzte, ist Schulze weniger eindimensional: „Wir dürfen nicht nur den Gewinn im Auge haben.“

Forschungslandschaft Ruhrgebiet „braucht noch Dünger“

„Die neue Regierung versteht, dass es in der Forschung auch um Soziales, um den Menschen, um die Kultur gehen muss“, sagte Professor Jürgen Howaldt, ebenfalls Chef des Wissenschaftsforums. Klar ist, dass die „blühende Forschungslandschaft“ Ruhrgebiet noch etwas Dünger braucht. „Der Kampf um die Talente von morgen ist hart“, wissen Grönemeyer und Howaldt. In einer Studie der Stiftung Mercator landete das Revier zwar hinter den Hochschulregionen Berlin und München. „Aber wir holen auf. Bis in die 60-er Jahre gab es hier keine Uni. Seitdem war die Entwicklung rasant“, so Howaldt.

Bodo Hombach ist überzeugt, dass im Revier die Lösungen zu finden sind für die großen Probleme von morgen: „Hier wurde die Energie des Industriezeitalters aus dem Boden gekratzt. Warum sollte hier nicht die Energiewende gelingen?“

Schlüssel liegt im Revier

Die Stiftung Mercator sagte den Instituten weitere Unterstützung zu. Stiftungs-Geschäftsführer Bernhard Lorentz stellte zudem eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis in Aussicht.

Die echten Stars der Messe waren aber die Forscher an ihren Projektständen. Wie Katrin Witthaus, die im Auftrag des Institutes für Wohnungswesen InWIS dafür arbeitet, dass Senioren menschenwürdig wohnen können. InWIS vergibt u.a. das Qualitätssiegel für Bereutes Wohnen. „Nur ein Prozent der 40 Millionen Wohnungen in Deutschland sind altersgerecht“, weiß Katrin Witthaus. Die Nachfrage nach intelligenten Lösungen ist groß. Und der Schlüssel dazu liegt mitten im Revier.

 
 

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