Vierter Anschlag auf geplantes Flüchtlingsheim

Kirchhundem/Hagen..  Die erste Familie hätte eigentlich schon am vergangenen Freitag ankommen sollen. Doch der Umzug in das alte Fachwerkhaus in Kirchhundem, das zum Flüchtlingsheim werden soll, wurde noch einmal um wenige Tage verschoben. „Der reine Zufall“, so Kirchhundems Bürgermeister Andreas Reinéry. Und großes Glück. Denn am Sonntagabend brannte es in dem Haus. Es war bereits der vierte Anschlag auf das Gebäude. Anwohner bemerkten um 22 Uhr einen Feuerschein aus dem Haus in Kirchhundem-Rinsecke und alarmierten die Rettungskräfte.

Unbekannte hatten nach ersten Ermittlungen ein Fenster aufgebrochen und waren eingestiegen. Danach legten sie an der Holztreppe Feuer. „Wir gehen davon aus, dass Brandbeschleuniger verwendet wurde“, so Nikolaus-Felix Jonk, Leiter des Staatsschutzes in Hagen.

Der hatte schon im vergangenen Dezember die Ermittlungen übernommen. Damals hatte es einen ersten Brandanschlag auf das Gebäude gegeben. Und bereits im März 2015 hatten Unbekannte das Gebäude unter Wasser gesetzt. Im Januar dieses Jahres drangen erneut Täter in das Haus ein, drehten die Wasserhähne auf. Schaden: 1000 Euro.

Nun, nach dem Brand am Sonntagabend ist die Ermittlergruppe des Hagener Staatsschutzes aufgestockt worden von drei Mitarbeitern auf fünf. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so Jonk. „Ein fremdenfeindlicher Hintergrund ist nicht auszuschließen.“

Man habe nach den ersten Anschlägen „Maßnahmen“ ergriffen, sagt Jonk, will aber keine Einzelheiten nennen. Nach den jüngsten Ereignissen werde nun überlegt, inwieweit man die Maßnahmen aufstocken müsse. Dabei arbeite man ganz eng mit der Kreispolizei in Olpe zusammen. Sie kontrolliert das Haus Tag und Nacht, ein Mal pro Schicht.

Bereits nach dem ersten Brandanschlag hatte zur Überwachung der Gebäudefront, über die die Unbekannten am Sonntag eindrangen, eigentlich eine Überwachungskamera installiert werden sollen. Doch das ist - angeblich aus datenschutzrechtlichen Bedenken - bisher nicht geschehen.

 
 

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