Tourismus-Millionen fließen in Radwege und Industriekultur

Annika Fischer

Ruhrgebiet.  Das Revier ist Deutschlands Nummer 1 in Sachen Industriekultur – „und das wollen wir auch bleiben“. Sagt Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH (RTG), der sich auf dem, was ist, nicht ausruhen will. Deshalb fließen mehr als zwei der vergangene Woche zugesagten sechs Millionen Euro in die „Kulturtouristische Inwertsetzung Industriekultur“.

Heißt auf Deutsch: Mit einem Drittel der Mittel aus dem Fördertopf „Erlebnis NRW“ der Landesregierung stellen die Werbestrategen die „Route der Industriekultur“ auf den Prüfstand. Stimmen die Themenwolken noch, macht es Sinn, die Höhepunkte räumlich zu vermarkten? Also alles, was etwa Oberhausen bietet, Gasometer, Kaisergarten, Siedlungen, Kanal in ein Touristen-Paket zu packen? Eine neue App soll solche Angebote bündeln.

Mit weiterem Geld will die RTG an der Barriere-Freiheit der Römer-Lippe-Route arbeiten und überhaupt die großen Radwege der Region zusammenfassen: unter einer Dachmarke und mit Hilfe des niederländischen Knotenpunkt-Systems. Ebenfalls zwei Millionen gehen an die Vernetzung der Ruhrbühnen nach dem Vorbild der „Ruhrkunstmuseen“. Ziel: den Binnentourismus anzukurbeln und für die Welt außerhalb des Ruhrgebiets „den schlafenden Riesen zu wecken“.

Bei allen Projekten sieht Biermann das vielgescholtene Kirchturmdenken längst überwunden: „Sie bestehen aus Netzwerken.“