Schalke hält trotz Kritik an Vereinshymne fest

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Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 wird sein Vereinslied nicht ändern. Der Vorstand des Fußball-Bundesligisten stützt seine Entscheidung auf ein Gutachten des Islamwissenschaftlers Bülent Ucar. Die Formulierung der umstrittenen Liedzeile sei zwar etwas salopp, aber vertretbar.

Bundesligist FC Schalke 04 steht zu seinem Vereinslied: Trotz der massiven Proteste von Muslimen will der Verein an der Strophe festhalten, in der Kritiker eine Verhöhnung des Propheten Mohammed sehen. Das teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Seine Entscheidung stützt der Vorstand auf das Gutachten eines Islamwissenschaftlers, zu «keinem Befund für eine islamfeindliche Gesinnung» kommt. Der Osnabrücker Professor Bülent Ucar riet allen Seiten stattdessen zu «etwas mehr Humor und Entspannung».

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In den vergangenen Tagen hatten Muslime in Hunderten von Protestmails eine Textpassage kritisiert, in der es heißt: «Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.» Der Verein hatte daraufhin den renommierten Islamwissenschaftler mit der Prüfung der strittigen Passage beauftragt.

"Keine Einführung in die Benimmregeln des Islam"

Die Formulierung sei zwar etwas salopp, könne bei einem Sportereignis jedoch durchaus vertreten werden, urteilte der Professor. Ein Fußballspiel sei schließlich «keine Unterweisung in islamischer Katechese und keine Einführung in die Benimmregeln des Islam».

Als muslimischer Islamwissenschaftler und islamischer Religionspädagoge freue er sich vielmehr darüber, dass im Club des Reviers der Prophet Mohammed in diesem Vereinslied seit annähernd einem halben Jahrhunder erwähnt und bestätigt werde.

Kritik nicht überbewerten

Grünen-Chef Cem Özdemir rief in der «Bild»-Zeitung dazu auf, man sollte die heftige Kritik von Muslimen an dem Vereinslied nicht überbewerten. Die Hassmails gegen den Verein seien hoffentlich nur die Tat einzelner Verrückter, sagte Özdemir dem Blatt zufolge. Er könne keine Verhöhnung des Propheten Mohammed erkennen.

Schalke erklärte, man sei sich sicher, dass durch die öffentliche Diskussion in den vergangenen Tagen nun Klarheit über die strittige Textpassage geschaffen worden sei.

Rückendeckung bekommt der Bundesligist auch vom Zentralrat der Muslime: «Das Lied ist nach unserer Ansicht weder Blasphemie, noch stellt es eine Verhöhnung des Propheten dar», hatte der Generalsekretär des Zentralrats, Aiman A. Mazyek, bereits am Mittwoch erklärt. Das Lied sei nicht zu beanstanden und könne bleiben, wie es sei.

Die Vereinshymne «Blau und Weiß wie lieb ich dich» des FC Schalke 04 wird seit Jahrzehnten vor jedem Heimspiel der Schalker gesungen. Die Mohammed-Passage hat laut Verein Anfang der 60er Jahre durch den bekennenden Schalker-Fan und Musiker Hans König Eingang in die Hymne gefunden. (ap)

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