Sammeln Sie mit der WAZ Panini-Bilder vom Ruhrgebiet

Alexander Böker (li.) und Oliver Wurm kleben Sammelbilder in Panini-Alben. Zusammen haben die beiden das Album Ruhrgebiet" geschaffen.
Alexander Böker (li.) und Oliver Wurm kleben Sammelbilder in Panini-Alben. Zusammen haben die beiden das Album Ruhrgebiet" geschaffen.
Foto: Volker Hartmann
Von diesem Freitag an gibt es ein eigenes Panini-Album nur fürs Ruhrgebiet: 44 Seiten, 288 Bilder von ,Alfred Krupp’ über ,Currywurst/Pommes’ bis zu Sprüchen: „Wer waa dat?“ Das Album wird von der WAZ präsentiert, geschaffen haben es zwei Hamburger Journalisten – nicht zum ersten Mal.

Ruhrgebiet. Gefühlt war es 1979, als das Panini-Bild ,Klaus Fischer beim Fallrückzieher’ ums Verrecken nicht zu kriegen war; so, wie es in jeder Bilderstaffel einzelne gab, die sich rar machten, sehr, sehr rar.

Jeder Sammler dachte finster, Motive zu verknappen, sei eine entschlossene Methode der Umsatzförderung; doch die wahre Erklärung ist anders und denkbar einfach: Manches Bild war einfach so beliebt, dass die Kinder es nicht nur ins Album klebten. Sondern dann auch aufs Schuletui. Und an die Kinderzimmertür. Und ans Weißgottwohin.

Da klebten sie dann und kamen auf keinen Schulhof mehr, um sich tauschen zu lassen.

Warum tun wir das, warum wühlen wir in der kollektiven Erinnerung an Panini-Bilder? Weil es von heute an ein echtes Panini-Album für das Ruhrgebiet gibt. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung präsentiert Ihnen „Revier sammelt Revier“: ein Album, das jetzt erhältlich ist, mit 288 Sammelbildern.

Sie müssen sie nur selbst einkleben.

Ein kleines, kompaktes Ruhrgebietslexikon

Revier sammelt Revier„Revier sammelt Revier“ ist dabei nicht nur Fußball, das aber auch. Aber es ist mehr: ein Streifzug. Durch die Städte von Dortmund bis Moers. Durch die Kunst von Tana Schanzara bis Frida Gold. Durch die Natur vom Ruhrtal bis zum Grugapark. Unter Schlotbaronen, unter Fußballern, nur den Größten natürlich, unter Komikern. Von Jürgen von Manger bis Hape Kerkeling.

Und Sie streifen durch die Sprüche: „Ham wat getz?“

Nein, leider noch nicht ganz.

Fünf Millionen Klebebilder

„Revier sammelt Revier“ startet mit 100.000 Alben und fünf Millionen Klebebildern, späterer Nachdruck nicht ausgeschlossen. Sie können sie ab diesem Samstag dort kaufen, wo sie das erwarten: Kioske, Tankstellen, Supermärkte, Leserläden.

Am Ende haben Sie ein kleines, kompaktes Revierlexikon in der Hand, denn zu jedem Bild gibt es einen kurzen Text (den müssen Sie jetzt mal nicht schreiben, der steht schon da).

Und der Fußballrahmen, der Panini im engeren Sinn ausmacht, der wird gesprengt: Sie werden das Bild „Alfred Krupp“ vielleicht tauschen wollen gegen das Bild „Currywurst/Pommes“. Oder „Wim Thoelke“ gegen „Nicht mit die Hände anne Scheibe, dat gibt Finger.“

„Das macht es aus. Die Vielfalt und das Heimatgefühl, vielleicht sogar der Stolz auf sie“, sagt Oliver Wurm. Der 41-jährige aus dem Sauerland hat mit seinem Kollegen Alexander Böker „Revier sammelt Revier“ entwickelt, nicht das erste deutsche Regionalalbum übrigens. So erinnert er sich an eine Tauschbörse in Düsseldorf, wo ein Kind noch Heinrich Heine suchte und eine alte Dame die Toten Hosen – die vier fanden einander.

Erfinder der Fußball-Sammelbilder

Nachdem Böker und Wurm das Konzept der regionalen Sammelalben 2009 entwickelt hatten, machten sie sich auf die Suche nach einer Druckerei und landeten schlussendlich – tatsächlich bei Panini in Modena, Italien.

Der legendäre Verlag gilt als Erfinder der Fußball-Sammelbilder, in den frühen 1960er-Jahren kam er erstmals mit den Kickern der 1. Italienischen Liga heraus. Rasch wurde das Geschäft international: Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Europas Ligen . . . und Panini wurde ein Gattungsname, so wie „Tempo“ für alle Papiertaschentücher steht.

„Die Alben hätte jeder drucken können“, sagt Böker, „aber nur Panini hat die Technik, dass keine Doppelten in einer Tüte sind“. Sie werden in jedem Tütchen fünf Bilder finden und, zum Auftakt, am Samstag sechs in Ihrer Zeitung.

In der Vorarbeit, der Recherche, der Auswahl schließlich wurde aber auch eines klar: All die Themen und Sprüche, die Personen und Perspektiven, die verworfen wurden, alles das, was fehlt, „reicht noch für ein zweites Album“, so Wurm.

Kauft Gelsenkirchen ein Album mit Dortmund?

Für die Zeitung ist das auch ein Test, ein spielerischer. Die Frage ist: Wie steht es nun wirklich um das Revier-Bewusstsein? Kauft Gelsenkirchen ein Album, in dem auch Dortmund vorkommt? Wie stellt sich Wanne-Eickel zu einer Sammlung, zu der auch Schloss Strünkede aus Herne gehört?

Sie werden es erfahren. Wir begleiten diese Aktion in den nächsten Wochen, wir werden immer mal wieder berichten. Und um das abzuschließen: Jedes Bild wurde gleich oft gedruckt. „Ja, nee, is klar.“

 
 

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