Projekt Rhein-Ruhr-Region offiziell begraben

Rolf Kiesendahl
Die Rheinstädte wollen aus dem Projekt Rhein-Ruhr-Region aussteigen. Foto: Lars Heidrich
Die Rheinstädte wollen aus dem Projekt Rhein-Ruhr-Region aussteigen. Foto: Lars Heidrich

Ruhrgebiet.  Adieu Rhein-Ruhr-Region. So richtig lieb hatten sich Bonn, Köln und Düsseldorf auf der einen und die Ruhrgebietsstädte auf der anderen Seite ohnehin nie. Jetzt will die Rheinschiene raus aus dieser ungelebten Verbindung.

Das Projekt Rhein-Ruhr-Region steht vor dem Aus. Wie berichtet, haben Oberbürgermeister und Landräte des Rheinlandes beschlossen, ihre Stärken gemeinsam zu vermarkten. „In Abgrenzung zum Ruhrgebiet“, hatte Düsseldorfs IHK-Hauptgeschäftsführer Udo Siepmann betont, der sich für Verkehr und Tourismus, Regionalplanung und Wirtschaftsförderung ähnliche Strukturen wie im Bereich des Regionalverbandes Ruhr vorstellen kann.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski empfindet den Ausstieg aus der Rhein-Ruhr-Metropolregion sogar als eine Art Kompliment. „Endlich erkennt mal jemand an, dass wir im Ruhrgebiet ordentlich aufgestellt sind. Ich verfolge mit Spannung, wie Düsseldorf und Köln das Ganze angehen und ob sie international damit punkten können.“ Und: „Für uns sollte das Ansporn sein, noch mehr zu tun, um den Vorsprung zu verteidigen.“

Trennungsschmerz in Duisburg

Auch Oberhausens OB Klaus Wehling sieht eine Bestätigung da­für, dass das Ruhrgebiet auf dem richtigen Weg ist. International habe aber nur eine große Region die Chance, wahrgenommen zu werden: „Eine solche Zersplitterung macht deshalb keinen Sinn.“

Trennungsschmerz könnte in Duisburg auftreten, dem Scharnier zwischen Ruhr und Rhein. Es wurde von Siepmann dem Revier zugeordnet. Dabei wohnt ein Drittel der Bürger linksrheinisch und tendiert eher zum Niederrhein.