McZahn-Gründer ist tot

Foto: WAZ FotoPool

Wuppertal/Willich. Der Gründer der insolventen Discount-Zahnarztkette McZahn hat sich erschossen. Er war der Hauptbeschuldigte in einem Bilanzbetrugs-Verfahren.

Er wollte Zahnersatz zum Nulltarif anbieten, und das im großen Stil. Jetzt hat sich der Gründer der insolventen und wegen Bilanzbetrugs ins Visier der Ermittler geratene Discount-Zahnarztkette McZahn, Werner B., umgebracht. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwoch auf ddp-Anfrage sagte, hat sich der Hauptangeklagte erschossen. Anlass für den Freitod sollen angeblich gesundheitliche Gründe und nicht das Ermittlungsverfahren gewesen sein. Der Sprecher wollte dazu keine Angaben machen.

Die Ermittlungen um Bilanzbetrug, Fälschung und Insolvenzverschleppung werden trotz des Todes des Hauptbeschuldigten fortgeführt, dürften allerdings nun eingeschränkt werden. Derzeit gibt es noch acht weitere Beschuldigte.

800.000 Euro Schaden für Kassenärztliche Vereinigung

Die Firma mit Sitz in Willich war im August 2008 durchsucht worden. Im Oktober 2008 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor war B. aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Zahnersatz aus China mit Hilfe gefälschter Zertifikate überhöht abgerechnet wurde. Hierdurch sei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen ein Schaden von rund 800 000 Euro entstanden. McZahn hatte mit einer Importgesellschaft zusammengearbeitet, die Firmengründer B. gehörte. Dieses Unternehmen „Silverline-Dental“ soll sogenannte Konformitätserklärungen nicht ordnungsgemäß ausgestellt haben. Zudem soll B. eine Summe von 800 000 Euro aus der Firmenkasse genommen und für eigene Zwecke benutzt haben.

McZahn hatte mit Zahnersatz zum Nulltarif geworben. In Deutschland sollten langfristig 400 McZahn-Zahnarztpraxen eröffnet werden. Die Zahl der Praxen blieb aber im einstelligen Bereich. (ddp)

 
 

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