Laute Musik stört nicht bei den Hausaufgaben

Dortmund.. Diese Nachricht wird alle Schüler freuen: Laute Musik bei den Hausaufgaben beeinträchtigt weder die Lernfähigkeit noch die Konzentration. Zu diesem Ergebnis kommt eine Dortmunder Studie. Musik sei heute so allgegenwärtig, dass die Menschheit abstumpft gegen ihre Reize.

Der Musikwissenschaftler Günther Rötter neigt Themen zu, die geerdet sind, so hat er sich damit befasst, ob Musik beim Zahnarzt Schmerzen lindert. Die Antwort lautet ,ja’, falls man seine Lieblingsmusik hören kann, aber das muss man auch erst mal schaffen, wenn einem doch gerade Hören und Sehen vergehen.

Nun hat der Professor der Uni Dortmund sich über die Frage geneigt, ob Musik auf die Hausaufgaben Einfluss nimmt. Und das Ergebnis seiner Experimente war: kein Ergebnis! Die Leistungen werden nicht schlechter, die Leistungen werden nicht besser, zumindest, solange der Schüler die Musik selbst aussucht. Das wäre eigentlich ein typischer Fall für die Theorie der „Null-Hypothesen-Beschämung“, die besagt, dass Forscher Arbeiten ohne eindeutiges Ergebnis rot angelaufenen Hauptes in ihren Dateien verstecken.

Doch Rötter denkt da anders, er hat doch noch eine Hypothese formuliert: „Eltern können beruhigt sein, wenn ihre Kinder Musik bei den Hausaufgaben hören. Es stört sie nicht.“ Man könne den Schülern „hier ein bisschen mehr Freiheit gewähren“, sagt Rötter. Seine Erklärung: Musik sei heute so allgegenwärtig, dass die Menschheit abstumpft gegen ihre Reize.

Zugrunde liegen Experimente mit Jugendlichen aus der Wittener Holzkamp-Gesamtschule: Mehrmals mussten sie Intelligenz- und Konzentrationstests meistern, mal ohne Musik und mal mit. An der Schule ist das Ergebnis bekannt, eine besorgte Mutter hat den beteiligten Lehrer Lars Hartmann jüngst angefahren: „Herr Hartmann, wie konnten Sie das machen?“ Nun sieht er dem baldigen Elternsprechtag etwas angespannt entgegen.

 
 

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