Kiosk-Club ruft "Jahr der Trinkhalle" für das Ruhrgebiet aus

Tom Gawlig ist einer der Betreiber der Trinkhalle und Bier-Bar Ruhrgebeat in Bochum.
Tom Gawlig ist einer der Betreiber der Trinkhalle und Bier-Bar Ruhrgebeat in Bochum.
Foto: Kai Kitschenberg
  • Veranstaltungsserie „Jahr der Trinkhalle“ würdigt im Sommer die Kioske
  • 15.000 "Buden" soll es Schätzungen zufolge im Revier geben
  • Serie von Veranstaltungen soll den schleichenden Rückgang bekämpfen

Essen.. Das Bier muss von hier. Fiege Helles glänzt im gläsernen Kühlschrank, Stauder Ruhrtyp, Bergmann-Bier, Borbecker Dampfbier, Vormann-Doppelbock ... Auf der Theke haben glückliche Sol-Eier ihren eingelegten Platz, und Thomas Gawlig steht dahinter und ist auch ganz zufrieden. Denn die Trinkhalle und Bier-Bar mit Öko-Anspruch, die er mit sechs Freunden in der Bochumer Innenstadt betreibt, die läuft: „Wir sind völlig überwältigt und werden am Wochenende überrannt.“

Kein schlechter Ort also, um am Mittwoch ein „Jahr der Trinkhalle“ fürs Ruhrgebiet auszurufen. Beteiligt unter anderem: die Ruhr-Tourismus GmbH, die „immer auf der Suche nach Unverwechselbarkeiten“ ist, so Geschäftsführer Axel Biermann; und der „1.Kiosk Club 06“ aus Dortmund, der über Buden forscht und davon träumt, mal ein kleines Archiv zum Thema zusammenzusammeln.

Geführte Kiosk-Touren in zehn Stadtteilen

Das „Jahr der Trinkhalle“ soll mit einer Serie von Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sie lenken und den schleichenden Rückgang bekämpfen: „Das ist einfach, hingehen und einkaufen“, sagt Dirk Stürmer vom Kiosk-Club. Nach etwas schütteren Zahlen gab es Ende der 90er-Jahre 18.000 Buden im Ruhrgebiet und 15.000 heute – aber jedenfalls jede dritte in Deutschland.

250 Oldtimer unterwegs

Und das sind die wesentlichen Bestandteile des „Jahres der Trinkhalle“:

  • Am 20. August gibt es den „Tag der Trinkhalle“. Dann werden 50 Kioske mit Kulturprogrammen bespielt, mit Musik, Lesungen, Kabarett ... Es sollen die 50 originellsten im ganzen Ruhrgebiet sein, nach Kriterien wie Geschichte, Architektur oder Persönlichkeit des Betreibers. Um die Teilnahme bewerben können sich von März an alle Kioske des Reviers. Dazu gibt es in zehn Stadtteilen im Ruhrgebiet geführte Touren zu Trinkhallen.
  • Vom 23. bis 25. September führt eine Oldtimer-Sternfahrt rund um die 50 Buden. Erwartet werden maximal 250 Oldtimer und 100 Mopeds. Basislager ist das Phoenix- West-Gelände in Dortmund, wo die Veranstalter auch ein Kulturprogramm auf die Beine stellen. Wer die meisten Buden angefahren hat und entsprechende Stempel als Beweis, gewinnt – einen Oldtimer.
  • Der Bochumer Schauspieler Giampiero Piria bietet „Kiosk-Wallfahrten“ an, um „diese Orte aus ihrer scheinbaren Beiläufigkeit hervorzukehren“.
  • Vom 6. Mai bis 26. März 2017 zeigt das Hattinger Industriemuseum Henrichshütte die Ausstellung „Zum Wohl. Getränke zwischen Kultur und Konsum.“ Im Mittelpunkt steht die Trinkhalle von Emmy Olschewski aus Mülheim, in der sie 60 Jahre stand. Vom 14. August bis 2. Oktober zeigt das Bochumer Industriemuseum Zeche Hannover „Die Trinkhalle in Geschichte und Gegenwart.“ Nur eines blieb immer gleich, die Ansage: Was wir nicht haben, das brauchen Sie auch nicht.
 
 

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