Japaner in NRW in Sorge um Familie und Freunde

Annika Rinsche
Foto: AFP

Düsseldorf. Mit großer Sorge verfolgen die Japaner in Deutschland die Bilder der schweren Verwüstungen durch Erdbeben und Tsunami. Die meisten haben Freunde und Angehörige vor Ort. Ob es ihnen gut geht, wissen viele noch nicht.

Prof. Takao Aoyama, Direktor des japanischen Kulturzentrums EKO-Haus in Düsseldorf, verfolgt die Berichterstattung aus dem Katastrophengebiet mit persönlicher Betroffenheit. Er hat viele Kontakte in der Region, besitzt selbst eine Wohnung im Erdbebengebiet. Zudem wohnen sein Bruder und die Tochter mit ihrer Familie in der Nähe von Tokio.

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„Die Bilder sind schrecklich. Was da passiert ist furchtbar“, kommentiert er die Ereignisse. Sorgen haben er und seine Frau sich besonders um die Verwandten vor Ort gemacht. Telefonisch hat seine Frau am Morgen Kontakt aufnehmen können. „Unsere Tochter war bei einer Abschlusszeremonie an der Universität, als das Gebäude zu wackeln begann. Von ihrem Mann haben wir noch nichts gehört.“ Auch seinen Bruder habe er bislang nicht erreichen können.

Aoyama ist bereits Zeuge eines schweren Erdbebens geworden. Seit er als Kind miterleben musste, wie der Boden zu schwanken begann, steigt Panik in ihm auf, sobald die Erde wackelt. „Ich bin deswegen sehr froh, dass ich momentan nicht in Japan bin.“

„Das Wichtigste ist jetzt Gelassenheit“

Auch Yasuo Inadome, Sprecher des Japanischen Clubs in Düsseldorf, hat sofort versucht, seine Familie in Japan zu erreichen. „Ich habe noch nicht alle erreicht“, sagt er am Mittag. Mit seinen Schwiegereltern habe er allerdings schon telefonieren können. „Es geht ihnen gut.“ Die Verwandten berichteten von den Auswirkungen des Erdbebens: „Mittlerweile sind die öffentlichen Verkehrsmittel stillgelegt worden.“ Die Arbeiter müssen nun zum Teil kilometerweit zu Fuß nach Hause gehen.

Inadome hat sich bereits mit mehreren Mitgliedern des Clubs kurzgeschlossen. Auch sie versuchen nun, ihre Freunde und Verwandten vor Ort zu erreichen. „Aber die Telefonverbindung ist schlecht“, hat der Sprecher festgestellt. „Das Wichtigste ist jetzt Gelassenheit.“