Internationale Schule Ruhr in Essen eröffnet

Der Vorstandsvorsitzende der RWE, Jürgen Grossmann, hat mit einer privaten Geldspende die Einrichtung der Schule in der ehemaligen Köppers-Villa unterstützt und wurde von den zukünftigen Schülern herzlich begrüßt. Foto: Matthias Graben
Der Vorstandsvorsitzende der RWE, Jürgen Grossmann, hat mit einer privaten Geldspende die Einrichtung der Schule in der ehemaligen Köppers-Villa unterstützt und wurde von den zukünftigen Schülern herzlich begrüßt. Foto: Matthias Graben
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Am Freitag eröffnet die „Internationale Schule Ruhr“ in Essen. 29 von 100 erwarteten Kindern steigen ein. 14- bis 15 000 Euro pro Jahr müssen die Eltern zuzahlen.

In diesem Viertel lebt das 19. Jahrhundert, es heißt ja schon nach Moltke. Die alten Villen, die Bäume; Straßen heißen Schinkel- oder Sedan-, und alles scheint wohlgeordnet und an seinem angestammten Platz. Hier eröffnet am Freitag die „Internationale Schule Ruhr“, und festlich gekleidete Menschen durchströmen die strahlenden Räume einer Art Villa Kunterbunt des Lernens – in deren Nebengebäude schon länger ein Verlag sitzt mit einem sprechenden Namen: „Elite-Verlag“.

„Wir wollten einen Anschub geben, jetzt muss die Schule selbst sehen, wie sie ihre Zukunft sichert“, sagt der RWE-Vorstandsvorsitzende und Großspender Jürgen Großmann. Jahrelang hatte der Firmenverbund „Initiativkreis Ruhrgebiet“ eine solche Schule herbeiargumentiert: Man brauche so etwas endlich auch im Ruhrgebiet für Familien, die beruflich von Land zu Land ziehen.

Nur 29 Kinder zum Start

Die müssen indes erst noch kommen. „75 bis 80 Prozent Lokale“ hätten bisher ihre Kinder angemeldet, aber „das ist zu Beginn üblich. Wenn das Angebot dann da ist, kommen auch die Firmen“, sagt Reto Amman, Geschäftsführer des schweizerischen Unternehmens SBW, das die Schule trägt. Wichtiger als pädagogische Methoden sei es hier, „Werte zu vermitteln. Respektvolles Verhalten. Vertrauen ins Gelingen.“ Statt der erwarteten rund 100 Kinder zum Start seien es nun 29, aber Ammans Logik bleibt dieselbe: „Viele Eltern wollen erst sehen, wie eine Schule startet, bevor sie sich entscheiden.“

Nun, manche haben das bereits getan. Die Professorin Margit Geiger schickt ihren Marcel (9) „wegen der interkulturellen und internationalen Kontakte“. Ein Arzt-Ehepaar beklagt, in der staatlichen Grundschule fehle die individuelle Betreuung: „Wir haben das Supergefühl, unser Sohn ist hier gut aufgehoben.“ Und Karin Rosenick-Schröer hat wieder einen anderen Grund: Ihr Adoptivsohn Francis (10) aus Kenia habe es schon an der Grundschule mit Rassismus zu tun bekommen.

„Ich bin eine Ruhrgebietin“

10 000 bis 14 000 Euro Schulgeld im Jahr müssen die Eltern bezahlen, dafür bekommen ihre Kinder Ganztagsunterricht, überwiegend auf Englisch. Und das, was Eltern gemeinhin als gesundes Essen aufzwingen, Möhren und Gurken etwa; das ist ein Tugendterror, dem sich Schuldirektorin Sharon A. Sperry nicht mehr unterwerfen muss: „I will learn to love Currywurst.“ Eine launige und sehr amerikanische Eröffnungsansprache hat sie da gehalten, „beispielhafte Schule“, „wunderbares Gebäude“, „großartiger Ort“, und an Kennedy sich angelehnt: „Ich bin eine Ruhrgebietin.“ Wird man sehen.