Häftling erhängt sich in JVA Bielefeld

DerWesten

Bielefeld. Ein halbes Jahr vor seiner Entlassung hat sich offenbar ein Strafgefangener in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld erhängt. Laut einem Medienbericht habe dies die JVA-Leitung am Donnerstag bestätigt. Der Mann (48) sei psychisch auffällig gewesen.

Ein 48 Jahre alter Strafgefangener hat sich am Donnerstag in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Brackwede das Leben genommen. Das berichtet das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ (Freitagausgabe). Der psychisch auffällige Mann habe sich mit seiner Schlafanzugshose an den Gitterstäben aufgehängt, sagte JVA-Leiter Robert Dammann der Zeitung. Der Entlassungstermin für den mehrfach vorbestraften Mann wäre am 4. Oktober gewesen, sagte Dammann. Er sei wegen Körperverletzung vom Amtsgericht Münster verurteilt worden und habe seine Haft im Mai 2009 angetreten.

Den Angaben zufolge hatte der Gefangene bereits im Oktober 2009 einen Selbstmordversuch unternommen. Nach einer zweimonatigen Behandlung in einer geschlossenen Psychiatrie sei der Mann nach seiner Rückkehr weiter von einem Psychiater und einem Arzt betreut worden. Zudem habe er regelmäßig Medikamente erhalten. Der 48-Jährige habe unter anderem an Verfolgungswahn gelitten.

In diesem Jahr hat es nach Angaben des Justizministeriums in den NRW-Gefängnissen mit ihren 18 390 Haftplätzen sieben Suizide gegeben. Im gesamten Jahr 2009 waren es neun, 2008 waren es 17. (ddp)