Griechen im Ruhrgebiet fürchten den „Grexit“

Ruhrgebiet..  „Sincharitiria!“, riefen Griechen in Deutschland am Sonntag ihrer Heimat zu, „herzlichen Glückwunsch!“, aber nicht allen war nach Feiern zumute. Denn die Sorge vor dem „Grexit“ ist groß: „Ein Europa ohne Griechenland kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Andreas Efthimiou aus Wesel. Es müsse eine andere Lösung geben. „Wir sollten bleiben, wir gehören dazu“, sagt auch Germanos Theodoridis in Emmerich. Aber: „Man sollte den Leuten die Luft zum Leben geben!“ Auch der 41-Jährige hätte deshalb mit Nein gestimmt. „Wer immer nur Ja sagt, hat ein Problem.“

Sakis Papachristos, Fußballtrainer und Gastwirt in Duisburg, hat es trotzdem getan. Nun ist der 56-Jährige „skeptisch, dass etwas Positives passiert“.

Auch Stavros Liakeas, Besitzer eines Restaurants in Bochum und ein Mann „mit zwei Heimaten“. hätte wohl „Ja“ gesagt, aber nicht aus Überzeugung: „Weil ich Angst habe, dass Griechenland aus dem Euro fliegt. Die Regierung hat ja keine Alternative genannt.“ Und jetzt? „Weiß ich gar nicht mehr, was und wem ich glauben soll.“ Was der Wirt weiß, ist: „Nicht alle Griechen sind faul. Der Großteil arbeitet ganz normal und fleißig wie hier auch.“

Zu viel Arroganz, zu viel Ideologie habe bei den bisherigen Verhandlungen eine Rolle gespielt, meint der 37-Jährige, „da sitzen sich Leute gegenüber, die nicht zusammenpassen“. Natürlich sei „Griechenland hauptverantwortlich dafür, dass es das schwächste Glied in der Euro-Familie ist“. Aber: „Die Schuldenpolitik hat das Gros des Volkes in die Knie gezwungen.“

Es sei „jetzt sehr schwierig, in die Verhandlung zu gehen“, glaubt Oberhausens Kämmerer und OB-Kandidat Apostolos Tsalastras (SPD). Aber auch er hofft, dass die Griechen nicht den Sprung in die eigene Währung wagen. So oder so: „Für die Menschen dort ist das eine Katastrophe.“ Wie es nun weitergeht? Wenn Tsalastras das wüsste, „wäre ich das Orakel von Delphi“.

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