„Ebay-Baby“: Vater hat Inserat eingestellt

Duisburg..  Neue Entwicklung im Fall des Duisburger „Ebay-Babys“: Wie die Polizei gestern mitteilte, hat der Vater bereits am vergangenen Freitag gestanden, das Inserat im Internetportal „Ebay Kleinanzeigen“ selbst eingestellt und darin seine wenige Wochen alte Tochter für 5000 Euro zum Verkauf angeboten zu haben. In einer ersten Befragung hatte der Mann das noch bestritten.

Der 28-jährige Flüchtling, der vor rund einem Jahr in Deutschland angekommen war und seit Juli mit seiner Frau (20) in einer Wohnung in Rheinhausen-Mitte untergebracht ist, gab nun bei seiner Befragung an, dass es sich lediglich um „einen Scherz“ gehandelt habe. Er übergab den Ermittlern ein Handy, mit dem er besagte Anzeige geschaltet haben will. Dieses und weitere technische Geräte, die in der Wohnung sichergestellt wurden, werden derzeit untersucht.

„Die Stadt Duisburg geht davon aus, dass es derzeit das Beste für das Kind ist, wenn es bei einer Pflegefamilie untergebracht ist“, berichtete Stadtsprecherin Anja Kopka gestern auf Anfrage. „Und das mindestens so lange, bis der Sachverhalt eindeutig geklärt ist.“ Die Entscheidung, was danach mit dem Mädchen geschieht, liegt laut Kopka beim Allgemeinen Sozialen Dienst, der beim Jugendamt der Stadt Duisburg angesiedelt ist, dort jedoch nicht weisungsgebunden agieren kann. „Das Kind war bei der medizinischen Untersuchung in einem einwandfreien und gepflegten Zustand“, so Kopka. Es bestünden keine Anzeichen für eine mögliche Vernachlässigung des Kindes durch seine Eltern. Bei dem Baby handelt es sich um den bislang einzigen Nachwuchs der jungen Flüchtlingsfamilie.

Natürlich hat auch die Staatsanwaltschaft Duisburg ein Auge auf den Fall geworfen: „Wir können nach dem derzeitigen Stand aber noch nicht bewerten, wie die Sach- und Rechtslage ist und müssen die weiteren polizeilichen Ermittlungen abwarten“, erklärte Staatsanwältin Anna Christiana Weiler. Dem Vater droht im schlimmsten Fall eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, sollten ihm Vorsatz und versuchter Kinderhandel nachgewiesen werden.

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